Archiv für September 2009
Spitzenduelle in der Westfalenliga
In der Westfalenliga 2 kam es am vergangenen Samstag zum Duell Sauer- gegen Siegerland. Etwas überraschend behielt die SpVg Olpe mit 3:0 locker die Überhand über die stärker eingeschätzen Wittgensteiner vom TuS Erndtebrück. Der Zuschauerzuspruch hätte doch über den 250 zahlenden liegen dürfen. Die Fans der Olper werden bestimmt wiederkommen um ihre Mannschaft im schwierigen 2. Jahr der Ligazugehörigkeit zu unterstützen. Immerhin ist nun endlich der 1. Sieg eingefahren worden.
Wenn man auswärts punkten will, bietet sich der kommende Gegner, die Teutonia aus Waltrop an. Die hatten letzten Freitag das Spiel beim BV Brambauer schon nach 6 Minuten durch den Stolzenhoff- Doppelpack verloren. 3:0 hieß es am Ende. Bedenklich für den Aufsteiger, zumal Gegner Brambauer, die am Sonntag nach Witten zum SV Herbede reisen muss, zuvor erst 6 Punkte auf dem Habenkonto hatten.
Der SV Herbede erreichte zur Verärgerung seiner Anhänger und Trainer Jörg Silberbach beim VfL Schwerte in einem eher schlechten Westfalenligaspiel beim VfL Schwerte nur ein 1:1. Der VfL muss auch langsam aufpassen nicht unter den ominösen Strich ab Platz 15 rutscht. Der Trend zeigt auch spielerisch nach unten. Wenigstens hat man am nächsten Sonntag keinen weiten Anreiseweg.
Schwerte gastiert beim Hombrucher SV. Der Aufsteiger, der durch den gerichtlich erzwungenen Verbleib des SV Schermbeck in der NRW-Liga auch als 2. der Aufstiegsrunde der Landesligisten in die Westfalenliga nachträglich aufstieg, legte einen guten Start hin und liegt nach der 0:4- Klatsche in der Schledde bei den SF Oestrich nun auf Rang 7. Die Dortmunder sollten aber auf der Hut sein, denn der VfL Schwerte um Torjäger David Flamme, Mehmet Aslan und Marcel dos Santos zeigte schon beim ersten Auswärtsspiel der Saison beim FC Recklinghausen, dass man sich auch nicht durch einen 2-Tore-Rückstand entmutigen ließ und selbst dann noch in der Lage ist, zu punkten.
In der Vorbereitung war der VfL in der Lage sogar gegen einen B-Ligisten auf eigenem Platz zu verlieren und blamabel aus der Vorrundengruppe der Stadtmeisterschaft auszuscheiden. Neben dem Trainerwechsel von Uli Sieweke zu Ex-Reserve-Coach Olaf Muschal und der kurzfristigen Verpflichtungen von Björn Goeseke und Tim Mühlhof, startete man gut in die Saison. Interessanterweise bekam jener Mühlhof noch im Dress der Dröscheder Borussia auf dem Schwerter Schützenhof eine rote Karte, weil er sich nach Abpfiff eine Unsportlichkeit gegen einen Schwerter Zuschauer erlaubte. Bei Borussen-Trainer Holger Gehrmann fiel er danach in Ungnade und sucht jetzt am Schützenhof eine neue Herausforderung.
Der direkte Nachbar der Dröscheder, die SF Oestrich- Iserlohn, überzeugten endlich mal beim 4:0 zu Hause gegen Hombruch vollauf. Jetzt darf die Elf von Tim Langenbach ins Stimbergstadion nach Erkenschwick reisen. Tabellenerster gegen Tabellenvierter. Auch angesichts der Formkurven der beiden Teams, die schon vor Jahren um den Aufstieg in dieser Klasse gegeneinader kämpften, dürfte es zu einem engen Spiel kommen. Die Spielvereinigung siegte nach 1:0- Rückstand gegen die Filiale der Oestricher, den SuS Langscheid/Enkhausen und grüßt von der Tabellenspitze.
Das zweite Spitzenspiel wird am Samstag um 14.00 Uhr in der Mondpalastarena zu Wanne-Eickel angepfiffen. Der heimische DSC steht mit nur einem Punkt Rückstand einen Platz hinter dem Gast, dem FC Recklinghausen, auf Position 3. In Form sind beide Teams und gewannen ihre Spiele beim SC Hassel sowie Recklinghausen gegen die Borussia aus Dröschede mehr oder weniger souverän.
Zu einem Revierschlager wie diesen, kommt ein, zumindest durch seinen Nachnamen berühmten Schiedsrichter aus dem Pott. Marcel Neuer, Bruder des Schalker Keepers Manuel, führt das Schiedsrichtergespann am Samstag an. Mit etwas Augenzwinkern bleibt zu hoffen, dass sich Marcel Neuer nicht schon am Freitag Abend bei dem Auftritt seines Bruders gegen Eintracht Frankfurt in der Nordkurve verausgabt.
Der ambitionierte, aber schlecht gestartete Aufsteiger vom TuS Ennepetal trifft im Bremenstadion auf den SC Hassel und will nach dem Willen seines Trainers Helge Martin den 5. Sieg in Folge verbuchen. In der vergangenen Woche erlöste Joker Christoph Pajdzik den TuS beim SSV Mühlhausen.
Auf einen Gegner, der nur sage und schreibe 11 Spieler mitbringt, wie zuletzt die Reserve der SF Siegen, braucht man diesmal nicht zu hoffen. Dennoch müsste die Mannschaft von Trainer Michael Dier eine lösbare Aufgabe darstellen. Aber Vorsicht ist geboten, zumal die Gelsenkirchner bis vor dem letzten Auswärtsspiel bei Borussia Dröschede auf fremden Plätzen noch ungeschagen war.
Im Siegen-Wittgensteiner Derby empfängt der TuS Erndtebrück die SF Siegen II. Dabei gilt es für die Zweitvertretung endlich die Sturmflaute (erst 7 Treffer in 8 Spielen) zu überwinden.
In Sundern empfängt der SuS Langscheid/Enkhausen Borussia Dröschede. Für den Gastgeber, der auf den noch gesperrten André Juchum verzichten muss, geht es darum den Abstand zu den Abstiegsrängen auszubauen.
Die Iserlohner verkauften sich letzten Sonntag in Recklinghausen teuer, aber am Ende stand die 2. Saisonniederlage. Die erste kassierte man unglücklich in der Nachspielzeit beim VfL Schwerte, liegt aber mit insgesamt 14 Punkte voll im Soll. Trainer Holger Gehrmann baut bei dem anstehenden Gastspiel wieder auf seine solide Vierer-Abwehrkette um Marco Polo, Marcel Rathamone, Dragan Petkovic und Murat Öztürk. Vorne sind die Knipserqualitäten des Fisnik Zeynullahu, einem der Topstürmer der Liga, gefragt.
Die Fehlstarter vom ASC Dotmund empfangen im Aplerbecker Waldstadion den Tabellenletzten vom SSV Mühlhausen. In Uelzen hofft man mal wieder auf einen Einsatz von „Tiese“ Roos. Der baumlange Ex- Schwerter kann beruflich bedingt kaum trainieren und kann daher seine zweifellos vorhandenen Torjägerqualitäten bisher nur in Kurzeinsätzen zeigen.
Es ist also für ausreichend Spannung in der Westfalenliga 2 gesorgt. Zum Abschluss noch meine Tipps für’s Wochenende:
Wanne-Eickel – FC Recklinghausen 2:1
SuS Langscheid – Bor. Dröschede 1:1
SpVg. Erkenschwick – SF Oestrich 2:0
TuS Erndtebrück – SF Siegen II 3:0
ASC Dortmund – SSV Mühlhausen 2:1
SV Herbede – BV Brambauer 1:1
Teutonia Waltrop – SpVg. Olpe 3:2
TuS Ennepetal – SC Hassel 4:1
Hombrucher SV – VfL Schwerte 2:1
Champions League-Ausblick
Am heutigen Dienstag macht der VfB Stuttgart den Auftakt gegen die Rumänen von Unirea Urziceni. Das war es aus deutscher Sicht. Und morgen dann 2 Knaller mit deutscher Beteiligung zeitgleich. Bayern München gegen Juventus Turin und Manchester United gegen den VfL Wolfsburg. Da weiß man gar nicht, was man gucken soll. Ich hoffe mal auf eine bayern- und wölfelastige Konferenz auf Sky.
Am Dienstag Abend fehlt mir so das richtige Salz in der Suppe, das absolute Topspiel. Der VfB steht auch nicht vor einer namentlichen Schwerstaufgabe, aber die Rumänen können schon Fußball spielen und die Stuttgarter geben sich ja in der Liga sehr launisch, so dass man sehr gespannt sein kann. Ein unkonzentrierter Tag kann in der CL immer Millionen kosten. Hoffen wir es mal nicht, damit Deutschland in der UEFA-Fünfjahreswertung den Italienern auf den Fersen bleibt.
Mittwoch geht es für die Wölfe nach Manchester zu den Red Devils. Dass man auch bei den ganz Großen bestehen kann, zeigte der VfL auch schon beim Remis in der letzten Saison beim AC Mailand. Aber wahrscheinlich hängen die Trauben im Old Trafford noch etwas höher als bei der Rentner-Band von der Mailänder Scala, aber mit etwas Glück kann was drin sein. ManU startete bei Besiktas mit 1:0. Harte Arbeit, während die Wölfe recht souverän gegen ZSKA Moskau 3:1 gewannen.
Der FC Bayern hat mit Juventus Turin einen der Premium-Gegner zu Gast in München. Beide haben am Wochende in ihrer Liga gepatzt. Juve kassierte den 1:1- Ausgleichstreffer zu Hause gegen Bologna in der 93. Minute. Nicht gerade das, was ein Spitzenteam sonst ausmacht. Es wird auch die Rückkehr von Diego nach Deutschland. Ich bin auf seinen Empfang und seine Leistung gespannt. Und ein wenig, ob seine “Falleritis” im Land der Theatralik noch schlimmer geworden ist.
Der FC Bayern hat zwar in Hamburg verloren, aber nicht wirklich total enttäuscht. Ein Zé Roberto macht halt manchmal den Unterschied. Typisch Uli Hoeneß, dass er kein lobendes Wort für den Ex-Bayer übrig hatte und vehement Zé Robertos Abgang nicht als Fehler eingestehen wollte. Wenn ein van Bommel mit 32 nur einen Einjahresvertrag bekam, hätte man es mit einem 35-Jährigen nicht anders halten können, so meinte er. Uli Hoeneß wird wohl in seinem Leben noch nie einen Fehler gemacht und sich noch nie geirrt haben! “Nachfolger von Jens Lehmann im Tor der Nationalmannschaft wird Michael Rensing. Basta!” Ratet mal, von wem dieses Zitat stammt….
Auch interessant ist der morgige Auftritt von Atlético Madrid beim iberischen Bruder vom FC Porto. Atlético ist miserabel in die spanische Liga gestartet und die ersten Stimmen werden laut, dass der blonde Engel, Bernd Schuster, die Karre aus dem Dreck ziehen soll. Lassen wir uns überraschen.
Abschließend wage ich noch alle CL- Spiele zu tippen: Dienstag:
Urziceni – VfB Stuttgart 1:3
Rubin Kasan – Inter Mailand 0:2
Debrecen – Lyon 1:3
Glasgow Rangers – FC Sevilla 1:1
FC Barcelona – Dynamo Kiew 4:1
Florenz – FC Liverpool 1:1
AZ Alkmaar – Standard Lüttich 2:1
FC Arsenal – Ol. Piräus 3:1
Mittwoch:
ZSKA Moskau – Besiktas Istanbul 2:1
FC Bayern – Juventus 1:1
Bordeaux – Maccabi Haifa 2:1
ManU – VfL Wolfsburg 3:2
Real Madrid – Ol. Marseille 3:1
AC Mailand – FC Zürich 2:0
APOEL Nicosia – FC Chelsea 1:3
FC Porto – Atl. Madrid 1:1
Ist Kloppos Stuhl noch sicher?
Da steht die Borussia aus Dortmund nach 7 Spielen auf dem 15. Tabellenplatz und hat erst 1 Mal gewonnen. Was hört man da schon mehr oder weniger unterschwellig? Genau, die Trainerfrage! Ich wäre nie zu diesem Zeitpunkt auf dieses Thema gekommen, aber ich höre tatsächlich die ersten Stimmen, die daran zweifeln, dass Jürgen Klopp die Borussia wieder auf den richtigen Weg bringt.
Stellt sich für mich die Frage, was ist der richtige Weg? Vom sportlichen Abschneiden her kann ein Realist schon jetzt kaum mehr erwarten, dass der BVB noch Platz 5 erreichen kann. 6 Punkte bis zum Platz 5 sind absolut machbar, aber die Teams, die es zu überholen gilt, stellen das Problem dar. Unter den ersten 7 der Tabelle sehe ich lediglich Schalke 04 als ein- und überholbar. Die Gelsenkirchner spielen relativ erfolgreich, aber nicht konstant stark. Das Auftaktprogramm der Schalker war mit Sicherheit deutlich leichter als das der Nachbarn aus Dortmund und man hat sich häufig knapp durchgesetzt ohne wirklich starken Fußball zu bieten. Anerkennung für die Punkteausbeute, aber in Sicherheit in Bezug auf einen internationalen Wettbewerb sollte man sich bei Blau-Weiß nicht wiegen.
Sämtliche anderen Mannschaften haben entweder zum Teil ihr Potenzial noch nicht wie gewünscht ausgeschöpft (Bayern, Wolfsburg) oder spielen starken Fußball mit guter Punkteausbeute (Leverkusen, Hamburg, Hoffenheim, Werder). Über die Saison gesehen sehe ich kaum eine Möglichkeit unter den gegebenen Bedingungen (derzeitiger Kader und finanzielle Rahmenbedingungen) in diese Sphären einzudringen.
So viel mal vollkommen unabhängig vom Trainer zu den Aussichten. Was versprechen sich also die Leute, die eine Trainerdiskussion aufmachen wollen, von einer solchen? Aus meiner Sicht ist Jürgen Klopp schon anzulasten, dass sein Team durchweg keinen guten und effektiven Fußball spielt. Dafür wird ein Trainer immer gerade stehen müssen. Neben wir das Auswärtsspiel in Hannover. Das Spiel war nicht uninteressant, aber es lebte von Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Ein so fußballerisch gesehen niveauarmes Spiel habe ich selten gesehen. Auch wenn man gewinnen will, tut ein wenig Ruhe und schnelles Umschalten dem Spiel meist gut. Aber nichts da, es wurde ordentlich getrommelt und konzeptlos durcheinander gelaufen. Man lief sich sogar gegenseitig über den Haufen. Ich dachte, darüber sei unter der Woche geredet worden, aber das konnte man gegen Schalke nicht erkennen.
Wenn die Mannschaft wie am Samstag einem Rückstand hinterher laufen muss, fehlt es einfach an dynamischen Flügelspiel. Man zog immer und immer wieder in die Mitte, wo die langen Bordon, Höwedes und Co. artig Danke sagten. Woran liegt das? Patrick Owomoyela trabt seiner Form der Rückrunde gewaltig hinterher, Marcel Schmelzer hat meiner Meinung nach nicht dauerhaft das Potenzial für einen ordentlichen Bundesligaspieler und ein Ausfall von Kuba ist was das Flügelspiel angeht scheinbar nicht zu kompensieren.
In der Mittelfeldraute sind Sahin und Tinga ebenfalls nicht die Flügelflitzer schlechthin. Die Stürmer sind auch keine Zentrumstürmer, die die Flanken im Vorbeigehen wegmachen. Ich sehe ein Mangel in der Zusammensetzung des Kaders. Jürgen Klopp hat im Moment nicht die Möglichkeit das Spielsystem effektiv auszurichten. Die Innenverteidigung wackelt ebenfalls zu häufig. Ich denke, dass man Geduld mit Team und Trainer haben muss. Man erkennt, dass das Team nicht die Konstanz an den Tag legen kann, obwohl sie verhältnismäßig wenig Veränderungen in der Sommerpause erfahren hat. Auch letzte Saison brauchte es seine Zeit. Und als es lief, war Jürgen Klopp der gefeierte Held. Ich bin sicher, dass es auch wieder so kommen wird.
Michael Zorc weiß auch, dass er an der derzeitigen Situation mitschuldig ist. Und auch er wurde über den grünen Klee gelobt, als die Borussia in der Rückrunde aufdrehte. Zorc, Watzke und Klopp haben es zu verantworten, dass potenziellen Flügelspieler wie Lee, Rukavina und allen voran Kringe nicht mehr als Optionen zur Verfügung stehen. Es scheint die Ruhrpott- Mentalität zu sein, die die Einschätzung der sportlichen Lage bei den Anhängern in Rekordgeschwindigkeit von Himmel zu Hölle tendeln lässt. Die Verantwortlichen haben auch Geduld mit Michael Zorc gezeigt und sollten dies auch in der Trainerfrage tun. Und ich bin sicher, dass sie besonnen handeln werden.
Es ist an der Zeit die Spieler zu hinterfragen, ob sie den Ansprüchen und den taktischen Vorgaben des Trainers entsprechen. Jürgen Klopp stellt sich stets lange vor die Spieler. Ich erwarte jetzt auch mal, dass schlechte Leistungen mit Bankplätzen quittiert werden. Auch nach dem Revierderby sollte man sich auf die sportlichen Misstände besinnen und nicht das zweifelhafte Verhalten der Knappen nach Toren oder Spielschluss in den Fokus nehmen. Dies und eine mögliche Trainerdiskussion würden den Spielern Alibis bieten und das kann die Borussia vor dem unheimlich wichtigen Auswärtsspiel in Gladbach auf keinen Fall gebrauchen. Herr Klopp möge sich auf seine Möglichkeiten der Einflussnahme beschränken und auf die Pluspunkte einiger Spieler aus der Rückrunde pfeifen, ohne die Spieler wie heiße Kartoffeln fallen zu lassen. Schöne Grüße an dieser Stelle an Herrn Kringe nach Berlin. Und gute Besserung.
Samstag ab 18.30 Uhr zählt es wieder und nichts Anderes! Man hat einen angeknockten Gegner und muss jetzt einfach mit einem spielerischen Plan den Befreiungsschlag vollbringen. Am Kampf hat es in dieser Saison nicht gelegen.
Schwerter Fußballwochenende
Der VfL Schwerte hatte den SV Herbede zu Gast. Letztes Jahr noch zu Anfang längere Zeit Tabellenführer der Westfalenliga 2 mutieren die Wittener in dieser Saison zum Remis-König. Gestern war mehr drin, wie allerdings für den VfL auch, aber so ging es in einem nicht allzu aufregendem Spiel unentschieden aus. Der VfL muss nach gutem Saisonstart allmählich aufpassen, nicht unter den Strich zu rutschen. Am Ende werden 4 Teams absteigen. Letztes Jahr standen mit TURA Rüdinghausen und Vorwärts Kornharpen bereits 2 Absteiger sehr früh fest, da sie aus finanziellen Gründen die Segel vorzeitig streichen mussten. Dieses Jahr ist nicht unbedingt damit zu rechnen und dem VfL prophezeie ich eine spannende Saison. Dass nach der Vorbereitung Totgesagte länger leben, haben die Blau-Weißen schon bewiesen. Jetzt heißt es dran bleiben. Nächste Woche geht es zum Hombrucher SV. Derby-Time! Wie auch gestern gleich doppelt in der Bezirksliga Gruppe 14. Um 15 Uhr in der Viktor-Hötter-Kampfbahn stieg das 1. Derby: ETuS / DJK Schwerte gegen den SC Hennen. Es schien sich mal wieder das Sprichwort “Hinten kackt die Ente” zu bewahrheiten. Was bringt eine gute 1. Hälfte, wenn man in der zweiten kaum noch was entgegenzusetzen hat?! Dass Matijas Markovic in der Bezirksliga Tore en masse schießen kann, hat er bereits in der Saison 07/08 bei der Reserve der SF Oestrich-Iserlohn II mit rund 40 Toren bewiesen. Diese beiden waren mit Sicherheit die wichtigsten bisher im Zebra-Dress und der SC Hennen lässt neben dem gestrigen Gegner auch den SV Geisecke hinter sich. Und der hoch gehandelte VfB Westhofen um Ex-Bundesliga-Torschützen Guido Silberbach hat gerade mal einen mickerigen Punkt mehr als der Aufsteiger. Ich hätte Anfang August auf 12 Punkte Unterschied zu diesem Zeitpunkt gewettet, aber das ist halt das Schöne im Fußball. Die bisher enttäuschenden Mannschaften aus Geisecke und Westhofen trafen gestern gegen Abend am Buschkampweg aufeinander. Ein Wunder, dass sich der bekannte nörgelnde Nachbar nicht über die späte Anstoßzeit beschwert hat. Ein Kommentar von mir zu diesem Feind des Freizeitsports: “Besser kein Kommentar.” Fußball gespielt wurde auch. Mich hat es nicht vom Hocker gehauen, aber der SVG hat doch recht munter aufgespielt. Und beim VfB ist nichts mehr zu sehen von der Dominanz und der Frühform bei den Schwerter Stadtmeisterschaften im Juli. Ganz verstehe ich das nicht. Ob des späten Ausgleichs war der Punkt ja sogar noch glücklich für die Kalwa-Elf. Bei den beiden Schwerter A-Ligisten im Iserlohner Kreis lief es vom Ergebnis her unterschiedlich, aber unzufrieden war man auch beim TuS Holzen-Sommerberg nicht. Gegen die bisherige Übermannschaft der Liga, dem VTS Iserlohn, kassierte man eine verdiente 0-1 Heimniederlage. Aber man hat sich heftig gewehrt. Willi Überacker hätte besser den Ball links um Andy Ille im Iserlohner Tor herumgezogen, denn so war der Ex-Hagen-Elfer mit dem linken Fuß zur Stelle und verhinderte das 1-0 des TuS. Bis zur 35. Minute keine Chance zugelassen zu haben, war eine stramme Leistung meiner Jungs. Ohne Seelbach, Badziong, Sedlag höchstens fit für für 30 Minuten und Roßbach mit vorherigem Einsatz in der Zweiten (nach Verletzung). Dann noch Wielgosz nach 25 Minuten raus und dennoch haben sich alle sehr gut verkauft. Starke Leistung, Jungs! Im Übrigen alles Gute an Nico Buschhaus, der sich eine Rippe brach und mehrere Woche ausfallen wird. Noch mal zum Spiel: Gut, die Menge an Torchancen gab es nicht, es gab aber welche für Holzen und somit ist auch ein Fortschritt im Vergleich zum 1. Heimspiel gegen den ASSV Letmathe (0:2). Das Auftreten als geschlossene Einheit ist verdammt wichtig und gelingt in den letzten Wochen nicht schlecht in Holzen. Gegen Spieler, die wie Cüneyt und Cihan Senel oder Spielertrainer Ömer Durgun, die schon in guten Landesligatruppen wichtige Rollen trugen, muss schon wirklich allles stimmen um etwas Zählbares mitzunehmen. Ich lege mich fest: Der VTS steigt auf. Letmathe ist zwar auch clever und hat in der Höhe überraschend bei BSV Menden II gewonnen, aber der VTS kann noch mehr drauf packen. Noch eben zum Ergster 5:3-Auswärtssieg beim BSV Lendringsen. 2:0 zurückgelegen und dann kam die Stunde von Giuseppe Farruggio. Nicht nur ein lupenreiner Hattrick, “Jojo” packte noch einen Treffer drauf. Glückwunsch in Richtung des Nachbarn zu dem 5:3-Erfolg beim BSV Lendringsen. Nächste Woche kommt mit dem SSV Kalthof ein zu Anfang hoch eingeschätzter Gegner ins Ergster Waldstadion, aber bisher kann man bei den Malkowski- Jungs von der Kalthofer Reithalle nicht mit den erreichten 6 Punkten zufrieden sein. Tja, mal sehen. Der THS muss zum GFV Olympos Menden. Ein starker Gegner, der am Sonntag aber auch eine starke Gastmannschaft erwarten darf. Und wie wir alle seit Sepp Herberger wissen: “Was zählt ist auf dem Platz.”
Sonnenschein im Revier
Die 4 großen Reviervereine Borussia Dortmund, FC Schalke 04, VfL Bochum und der MSV Duisburg strahlen allesamt nach der Pokalwoche nach außen hin Zufriedenheit aus. Der eine mehr, der andere weniger. Es lohnt sich aber wieder einmal ein Blick auf die Hintergründe.
Am mattesten strahlt der Stern des VfL. Aber die “Fan-Hassfigur Koller” ist ja weg, also hätte man wohl auch ein 0:8 gegen Schalke beklatscht. Die Mannschaft holt sich bis zur Pause sage und schreibe 5 gelbe Karten ab, hat damit kaum noch Puffer für die 2. Halbzeit, was taktische Fouls angeht, aber was soll’s: “Die sind wenigstens mal richtig rangegangen. So muss dat sein,” hörte ich wieder und musste den Kopf schütteln. Einsatz schön und gut, aber besonders in der 1. Halbzeit fand ich den VfL fußballerisch kein Stück verbessert. Insgesamt war das auf dieser Ebene mal wieder ziemlich limitiert. Wer auch immer neuer VfL-Traienr werden sollte, wird mit dem Problem der beschränkten Substanz im Kader zu kämpfen haben. Ich bin überzeugt, dass die Fans die Mannschaft mit dem Trainer Koller niedergepfiffen hätte für eine solche Darbietung. Also ist die leicht positive Stimmung jetzt nur Augenwischerei. In Nürnberg zählt es jetzt. Verliert man dort, beißt man sich wirklich unten fest. Na ja, unter dem neuen Messias, der jetzt von Thomas Ernst sozusagen im Auftrag der Fans gesucht wird, wird ja alles besser. Ich als Ruhrpottler hoffe, dass man in Bochum aus den Träumen erwacht, bevor man in der 2. Liga ist. Die Mannschaft muss massiv in die Verantwortung gezogen werden!
Königsblau hat endgültig den neuen Star im eigenen Verein. Felix Magath. Ich habe auch großen Respekt vor dem Herrn. Er versteht es, was der Fan im Ruhrgebiet will. Die Mannschaft malochen lassen, den Verein loben, knallhart durchgreifen wenn es nötig ist, keinen Wert auf Namen legen und die Fans integrieren. Über die bisherige Saison gesehen waren die Leistungen des S04 nicht glorreich, aber das Punktekonto ist halbwegs im grünen Bereich. Dass ein Trainer so stürmisch von einem sonst kritischen Publikum gefeiert wird, wie jetzt in Bochum, ist auf die o.g. Punkte zurückzuführen. Magath hat mal noch zu HSV-Zeiten gesagt: “Du darfst den Spielern kein Alibi bieten.” Macht er auch nicht. Reinhängen, oder du findest Dich auf der Bank, der Tribüne oder bei Oliver Ruhnert in der Reserve wieder. Apropos: schöne Grüße an Herrn Streit!
Seinen vorläufigen Höhepunkt kann Magath am Samstag bei “dem Derby” bei Borussia Dortmund erleben. Siegt er mit seinen Knappen, egal wie, ist er endgültig obenauf auf der Euphoriewelle. Aber die Schwarz-Gelben wollen das um jeden Preis verhindern. Der relativ locker eingefahrene Pokalsieg in Karlsruhe, den nicht allzu viele in dieser Einfachheit erwartet haben, ist sehr gut für die geschundene Seele. Wichtig auch, dass Lucas Barrios seine sonst noch meist versteckten Knipserqualitäten gezeigt hat. Dass der Welttorjäger nicht auf das Abstellgleis kommt und eine echte Alternative für die Startelf der Borussia ist, ist auf Dauer wichtig, damit der BVB mehrere Optionen hat und nicht nur alle Hoffnungen auf den bei den Fans beliebten, aber nicht effektiven Nelson Valdez und den mit gegenteiligen Attributen ausgestatteten Mohammed Zidan liegen. Ich würde mich freuen das Sturmduo vom Dienstag auch am Samstag von Beginn zu sehen. Ich darf wieder einmal live dabei sein und hoffe sehr auf ein Revierschlager, der seinen Namen auch alle Ehre erweist. Wir wollen auch Maloche, Einsatz und Siegesgeilheit sehen! Ich persönlich hoffe auch, dass es ruhig bleibt. Stänkern soll erlaubt sein, aber lasst diesen dumpfen Hass mal weg. Das braucht es doch gar nicht.
In Duisburg strahlte man am Dienstag Abend nach Andersens Siegtreffer in der Nachspielzeit. Zurecht. Hochverdient würde ich jetzt nicht sagen, aber auch nicht allzu glücklich. Die Zebras haben echt schon Potential! Ich durfte ein Paradebeispiel von cleverem, effektiven Fußball im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf live erleben. 3:0 hieß es da am Ende und für mich war der MSV zum damaligen Zeitpunkt ein klarer Favorit für den Aufstieg. Was folgte, war erst die Klatsche in Lautern und dann der blutleere Auftritt zu Hause gegen die Arminia aus Bielefeld. Danach habe ich ihnen den Pokaltriumph nicht zugetraut. Für mich bleibt zumindest die Erkenntnis: beim Wetten besser die Finger von MSV-Spielen lassen. Ich bin sehr gespannt auf den Auftritt am Wochenende in Oberhausen. RWO ist auch schwer einzuschätzen. Die Truppe gefällt mir aber. Da sind Typen wie Mike Terranova oder Dimitrios Pappas dabei, die bestimmt nicht zu den von Geburt an begnadetsten Fußballern der Welt gehören, aber kämpfen und an sich glauben.
Der Pass oder die Abstammung von Fußballern ist mir egal, deshalb will ich auch nicht extra hervorheben, dass RWO fast ausschließlich mit “Fußballdeutschen” spielt, aber die Mischung scheint zu stimmen. So Spiele wie letzte Woche in Fürth wird es wohl immer wieder mal geben, aber man hat sich trotz des 0:4 gewährt. Morgen werden sich die Rot-Weißen wieder “reinhängen wie sonstwat”, wie man im Pott sagt und mal schauen, was die Jungs um Jürgen Luginger rausschlagen.
Der Freitag wird aus Reviervereinssicht ein wichtiger sein. Und der Samstag erstmal! Ich freue mich auf das Wochende aus fußballerischer Sicht. Wie wohl ca. 3 Millionen andere Anhänger der Revierclubs auch.
Heimspielwochenende für Hagener Clubs
Wer sich am kommenden Sonntag Landesliga-Fußball in Hagen angucken möchte, hat die Qual der Wahl. Der Hasper SV, SV Hohenlimburg 1910, der SSV Hagen und die SpVg Hagen 11 haben allesamt Heimspiele in der Landesliga Süd.
Der Hasper SV empfängt die Wendener Jungs vom SV Rothemühle. Ich bin sehr gespannt, ob das Hasper Starensemble um Amir Smajic, Thorsten Horz und Michel Amaral diesmal überzeugt. Das Potenzial ist zweifelsohne da und trotz der teils nicht zufriedenstellenden Ergebnisse hat man z.B. beim Derby auf Emst bei der SpVg. Hagen 11 gezeigt, dass man einen Gegner auch in dieser Liga richtig abschießen kann. Nur ist man nicht immer so konsequent bei der Chancenauswertung. Der Gegner hat vor 2 Wochen dem SSV Hagen den ersten Dreier ermöglicht. Da muss eigentlich ein Sieg für die Elf von Jorge Dias rausspringen.
Die Adler vom SSV Hagen haben einen zuletzt etwas launischen Gegner zu Gast. Aufsteiger SV Schmallenberg / Fredeburg gewinnt entweder ohne Gegentor oder verliert ohne ein Tor zu schießen. Bis jetzt reicht das für Rang 4. Die SSV-Mannschaft von Siggi Guch wollen aber unbedingt weiter punkten und allen, die vor der Saison rund um Hagen von einem neuen Inter Bochum gesprochen haben, die lange Nase zeigen. Erfreulich für den Traditionsclub, dass eine gratis spielende Truppe in der Landesliga nicht nur Kanonenfutter ist.
Die SpVg Hagen 11 muss am Sonntag gegen den Aufsteiger SG Hemer endlich wieder punkten. Die Jungs von Alfredo Pais kennen dieses Gefühl schon seit dem 2. Spieltag, als man die Reseve des TuS Erndtebrück geschlagen hat, nicht mehr. Dabei redet man sich auf der heimischen Asche immer stark. Dabei kann es auch zu einem Wiedersehen zwischen 2 alten Teamgefährten kommen, wenn Hemers Anthony Yeboah auf den Neu-Elfer Sven Kostrzewa in der Hagener Defensive trifft. Da kann man mal gespannt sein, ob Yeboahs Power gegen die “Krakenbeine” des erfahrenen Landesliga-Zockers die Oberhand behält.
Alfredo Pais kann sich ja bei dem neuen Trainer des SV Hohenlimburg 10 einige Infos über die SG Hemer holen. Peter Potthoff kann von 5 Hemeraner Toren erzählen. Die Zehner wollen im Heimspiel gegen den 1. FC Kaan-Marienborn nach der 1:5-Klatsche in der Vorwoche Wiedergutmachung betreiben. Das wird aber verdammt schwer. Man ist zwar heimstark, aber Kaan ist noch immer ungeschlagen und für mich Aufstiegskandidat Nummer 1. Wenn für die Zehner keine 3 Punkte rausspringen, kann man die Saison schon fast vergessen. Absteigen wird man bestimmt nicht mit dieser Truppe, aber der Abstand zum 1. FC Kaan und dem TSV Weißtal ist jetzt schon gehörig.
Meine Tipps:
TSV Weißtal – Germania Salchendorf 3:0
Hasper SV – SV Rothemühle 4:2
SV Hohenlimburg – 1. FC Kaan-Marienborn 1:2
SSV Hagen – SV Schmallenberg 1:1
SpVg Hagen 11 – SG Hemer 1:3
TuS Erndtebrück II – FSV Werdohl 1:2
Kiersper SC – TuS Plettenberg 2:1
BSV Menden – SuS Niederschelden 3:1
Die Trainerschuld-Frage
Es ist mal wieder so weit, das Trainerkarussell nimmt wieder Fahrt auf. Der VfL Bochum trennt sich von Marcel Koller, Alemannia Aachen hat bereits seinen Landsmann Jürgen Seeberger unter der Woche an die Sonne getan, RW Ahlen zog mit der Entlassung von Trainer Stefan Emmerling und Manager Stefan Grädler nach dem mutlosen Auftritt am Samstag gegen die Fortuna aus Düsseldorf die Konsequenzen aus der bedrohlichen Situation. Dieter Hecking (Hannover 96) und Jörn Andersen (FSV Mainz 05) haben in der 1. Bundesliga bereits ihren Stuhl geräumt.
Es lohnt sich ein Blick auf die Hintergründe. Ich denke, dass Kollers Ende mit der “Zdebel-Affäre” im Winter begann. Thomas Zdebel (jetzt Bayer Leverkusen) war und ist in Bochum bei den Fans und in der Mannschaft ein höchst geachteter Mensch. Seine lange Vereinszugehörigkeit, sein smartes Auftreten in der Öffentlichkeit und sein unbändiger Kampfeswille sind die Gründe hierfür. Offensichtlich hat er aber auch schauspielerisches Talent und übte sich im Nachahmen seines Trainers. Es flog auf, Koller sah seine Autorität angekratzt und Zdebel spielte fortan in Leverkusen, was die Fans mehrfach dazu veranlasste, ihre Ehrerbietung gegenüber Thomas Zdebel öffentlich zu zeigen. Diese Vorfälle haben den Trainer Koller zweifelsohne nicht gestärkt.
In die Saison 2009 / 2010 geht der VfL laut “kicker” mit einem Personaletat von ca. 17 Mio. EUR. Geringfügig weniger dürften nur 3 Vereine in der Bundesliga (Nürnberg, Mainz und Freiburg) ausgeben. Die Einnahmenseite ist durch die lediglich ca. 8.000 verkauften Dauerkarten sogar massiv schlechter als die z.B. der Nürnberger. Was erwartet man eigentlich von der Mannschaft und dem Trainerteam ist für mich die Frage.
Sportlich gesehen konnte man zunächst gegen Borussia Mönchengladbach einen 3-0-Rückstand aufholen und zumindest einen Punkt im Revierpower- Stadion behalten. In der Halbzeit wurde allerdings schon von den Rängen der Kopf des Tariners gefordert. Ich freue mich ja immer, wenn die, die in der Halbzeit noch gebölkt haben, was das Zeug hält, nachher so tun müssen, als ob sie nie gemeckert hätten!
Im 2. Heimspiel schlug man eine zugegebenermaßen schwache Hertha aus Berlin mit 1:0. Bei den Auswärtsauftritten war man weder in Hoffenheim, noch in Leverkusen oder auf Schalke Favorit. Kein Punkt. Nicht so schön. Aber ist es nicht auch irgendwo im Bereich des Normalen? Die Auftritte waren nicht durchweg blutleer, aber auch wahrlich nicht begeisternd. Stellt sich nun die Frage, ob man gut daran tut, nach 6 Spieltagen einen ganz entscheidenden Baustein im mühsam unter finanziellen Zwängen zusammengestellten Mosaik einfach austauscht! Ist das der richtige Zeitpunkt? “Hätten wir mit Koller bis zum Winter weiter gemacht, bräuchten wir den Trainer nicht mehr wechseln, dann wären wir schon sicher weg vom Fenster,” hörte ich am Sonntag Abend. Alles hypothetisch und absolut subjektiv gefärbt! Anspruch und Wirklichkeit sind hier nicht kongruent. Klar, Kollers etwas ruhigere Art nutzt sich vielleicht irgendwann ab und er hat auch eine unpopuläre Maßnahme (Zdebels Absetzung) durchgezogen, aber mitten in der Saison einen Schnitt zu ziehen, obwohl das Kind noch lange nicht in den Brunnen zu stürzen droht, ist ein riskanter Schritt. Gut, Frank “Fanny” Heinemann kennt alles in Bochum und passt bestimmt auch zu dem Team, aber nachhaltig wird auch er es nicht schaffen, dass der VfL Bochum aus dem viertniedrigsten Personaletat deutlich mehr als Platz 13 herauszuquetscht. Irgendwann ist er auch nicht mehr der Richtige und man glaubt an den nächsten Messias. Dass man den Spielern ein massives Alibi mit der Trainerentlassung gegeben hat, ist ja ganz klar. Dabei tragen sie am meisten zum sportlichen Erfolg oder Misserfolg bei.
Vieles deutete nach dem Spiel gegen den FSV Mainz 05 schon auf eine Ablösung hin (der Höhepunkt war dabei die versehentliche Veröffentlichung des Berichtes zur Beurlaubung des Trainer vor dessen eigentlicher Demission), aber dass ich Fans sehe, die sich vor Glück umarmen aufgrund dieser Nachricht, ist mir einfach ein Rätsel. Der VfL ist etabliert im Fußballoberhaus und das bei diesen traditionsreichen sportlichen Nachbarn und der schon seit Jahrzehnten ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse (der Bergbau, Opel oder Nokia als gute Beispiele) und dennoch scheinen Einige die Bodenhaftung zu verlieren. Ich meine damit noch nicht mal Thomas Ernst und Werner Altegoer in der übergeordneten Verantwortung, sondern dieses Mal die Basis. Quo vadis VfL?
Ich bin sehr gespannt wie sich die Situationen um die Trainer in Berlin, Köln und Stuttgart entwickeln, wenn die Pokalwoche um ist und der 1.FC Köln Bayer Leverkusen unterliegt und die anderen genannten in ihren Auswärtsspielen vielleicht mal glücklos bleiben. Lucien Favre und Markus Babbel haben mit Sicherheit noch ein gewisses Polster aus erbrachten Leistungen im Vorjahr. Aber der Anspruch ist bei beiden Vereinen doch, jeweils etwa 10 Plätze besser zu stehen, als derzeit. In Berlin ist es aus meiner Sicht einen Potential-Problem. Andrej Voronin, Marko Pantelic und Josip Simunic waren de facto wichtige Faktoren im vergangen Jahr. Die sind weg und man musste teilweise auf die neuen oder verbliebenen Stützen Gojko Kacar und Raffael, sowie Routinier Arne Friedrich verzichten. Damit ist eine Hertha nun mal nicht mehr häufig Favorit in der Bundesliga. Mir hat die Reaktion in Berlin aber gefallen. Fans, die ihr Team trotz der 0:4- Heimklatsche gegen Freiburg nicht verhöhnten und wo sich der Kapitän hinstellt und sich sehr glaubhaft für eine persönliche und mannschaftliche Fehlleistung entschuldigt. Endlich sind wir wieder bei dem Knackpunkt: Die Umsetzung des Erarbeiteten auf dem Rasen. Ich sage einfach mal, dass kein Trainer der Welt eine Mannschaft so schlecht coachen könnte, dass so ein peinliches Resultat, wie am Sonntag in Berlin dabei herauskommt! Das schafft man nicht alleine als Trainer.
Der gesamten Liga tut ein wenig Geduld im Umgang mit Spielern und Trainern gut. Es gibt einfach immer Schwankungen und jedes Jahr verfehlen mindestens 50 % der Vereine ihre gesteckten Saisonziele. Die Antwort ist eindeutig: Weil die Prognosen des sportlichen Erfolgs des Wirtschaftsunternehmens im Durchschnitt nicht realistisch sind. Der Schwerpunkt auf eine nachhaltige Entwicklung kommt da häufig zu kurz. Es gibt ja einige Beispiele für langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit, wie z.B. in Bremen und ich würde mir wünschen, dass weitere folgen, statt in der momentanen Situation durch übereilte Handlungen dem Trainer den Laufpass zu geben. Für die mittel- und langfristige Planung ist das Sportmanagement und das jeweils höchste Gremium in den Vereinen zuständig. Auf dieser Ebene gibt es nicht so viel Fluktuation wie auf der Trainerposition. Ich zweifle an, dass das der richtige Weg ist.
Favoritensiege am Samstag
Fortuna Düsseldorf siegte souverän bei Kellerkind RW Ahlen mit 4:1 (2:1). Das fußballerische Potential der Ahlener muss einem wirklich Sorgen bereiten. Die Fortuna hatte zwar einen guten Tag, ist aber bestimmt kein Überflieger der 2. Bundesliga. Jetzt 2 erzielte Tore und nur 1 Punkt nach 6 Spielen. Und die Aussicht auf Besserung kann ich nach dem heutigen Spiel einfach nicht sehen. Man kämpft, kann aber nicht mithalten. Glück hat man auch nicht, dass z.B. der Linienrichter das knappe Abseits vor dem 0:2 durch Ranisav Jovanovic sieht. Sogar von geballtem Unvermögen muss man vor dem 1:3 sprechen, als insgesamt 5 Ahlener sich nicht gegen 2 Fortunen behaupten konnten.
Trotz der deftigen 4:0 (1:0)-Niederlage bei der SpVg. Greuther Fürth sehe ich die Lage beim SC RW Oberhausen bei Weitem nicht so negativ. Noch nach der Pause bemühte man sich noch engagiert um den Ausgleich, aber nach dem 2:0 durch den Ex-Rot-Weißen Christopher Nöthe brachen die Dämme. Nächsten Freitag geht es für die Rot-Weißen im Niederrhein-Derby gegen die Zebras vom MSV Duisburg um weitere 3 Punkte und sehr viel Prestige. Gut, zwischendurch muss man eben noch beim FC Bayern München im DFB-Pokal antreten. Oberhausen sieht sich gerne in der Außenseiterrolle. Diese haben sie bei den nächsten beiden Auftritten inne und mal sehen, ob sie mal wieder für Aufsehen sorgen können. Mein Tipp: Freitag gegen den strauchelnden MSV Duisburg gibt es einen Dreier für die Jungs um Kultkicker Mike Terranova.
2. Bundesliga am Freitag
Die Spiele vom Freitag hatten mal wieder Überraschungen parat. Dass der MSV Duisburg vor eigenem Publikum so gegen den DSC Arminia Bielefeld eingeht, hätte wohl kaum einer außerhalb Ostwestfalens gedacht. Aber verdient war es alle Male. Erstaunlich für mich, dass der gebürtige Hagener Giovanni Federico egal wo er spielt, in der Bundesliga abkrampft und in der 2. Liga regelmäßig zum Torjäger avanciert. 6 Tore schon in 6 Spielen in der 2. Bundesliga und klasse Noten im kicker (2,60 im Schnitt). Ich kann es mir nur mit dem etwas niedrigerem Tempo im Unterhaus erklären, aber die Unterschiede in seinen Leistungen sind doch krass.
Der SC Paderborn 07 schlägt ein indisponiertes Energie Cottbus mit 5:1 nach 1:0 Rückstand. Alles klasse, was die Westfalen gerade offensiv veranstaltet haben. Aber die Cottbuser Leistung war teilweise desaströs. Emil Julas Ausführung des Elfmeters war ein Witz, genau wie die gesamte Defensivleistung, besonders vor dem 4:1 durch Markus Krösche. Ich halte Claus-Dieter Wollitz für einen der besten Trainer überhaupt für die 2. Liga. Er paart unglaubliche Emotion mit taktischem Gespür und hat Dank der Spätverpflichtungen von Sascha Dum und Marc-André Kruska einen Kader, der einfach um den Aufstieg mitspielen muss. Dennoch enttäuscht man binnen 5 Tagen (am Montag setzte es eine 4:2 Heim-Niederlage gegen den Karlsruher SC).
Ein kleiner Erklärungsansatz ist wohl auch, dass Gerhard Tremmel im Tor noch nicht seine gewohnte Souveränität an denTag legt. Gestern war er weiß Gott nicht der Hauptgrund für die Niederlage, aber man sollte vielleicht überdenken, ob man nicht zu Beginn der Vorbereitung klare Verhältnisse in der Torwartfrage schaffen sollte.
Gerhard Tremmel, wie auch Markus Miller vom Karlsruher SC wollten beide zunächst ihren Verein verlassen. Als die möglichen Wechsel nicht zustande kamen wich man in beiden Vereinen von der klaren Sprachregelung ab, dass die bisherigen Stammtorhüter Jean-Francois Konetzky und Lars Hirschfeld, das volle Vertrauen genießen. Gerade Markus Miller packte schon am Montag mächtig daneben, als er sich von Jiayi Shao eine Ecke direkt reinhauen ließ und auch gestern sah er gegen Ende auch mal wieder älter aus, als er eigentlich ist. Ich weiß nicht, ob das erstens für eine konstante Leistung und zweitens für Ruhe in der Mannschaft so gut ist. Ein Lars Hirschfeld, seines Zeichens kanadischer Nationaltorhüter, fühlt sich bestimmt verhohnepiepelt. Sei es wie es sei. Der KSC jedenfalls erfährt nach dem Trainerwechsel von Edmund Becker zu Markus Schupp einen richtigen Höhenflug.
Der 1. FC Union Berlin thront erst einmal bis zum sonntäglichen Auftritt des FC St. Pauli gegen den 1. FC Kaiserslautern auf Platz 1, obwohl man gestern in Koblenz nicht wirklich überzeugen konnte. Ich prophezeie den “Eisernen” noch einen sanften Sinkflug ins gesicherte Mittelfeld. Uwe Neuhaus wird es mir nachsehen und wohl auch selbst so sehen, dass niemand einen Durchmarsch erwarten kann.
Auftakt der Europa League
Es war kein ein besonders glücklicher Tag der deutschen Vertreter am 17.09. Na gut, wenn man sieht, wann der SV Werder Bremen seinen Siegtreffer bei Nacional Funchal geschossen hat, war es vielleicht doch glücklich. Wie Claudio Pizarro das Tor aber erzielte, zeigte seine ganze Klasse. Schön durchgetankt und unhaltbar aus 18 Metern vollstreckt. Richtig stark! Wahnsinn, dass es Nacional wieder nicht geschafft hat, sein 5.500 Zuschauer fassendes Stadion auf der beschaulichen Fereininsel im Atlantik, zum ersten Mal in dessen Geschichte, als ausverkauft melden zu können.
Wenn ich mir aber da die Trauerkulisse im Berliner Olympiastadion anschaue, ist mir so ein romantisches Stadion schon lieber. Und was die 13.454 Menschen in Berlin zu sehen bekommen haben, war allenfalls Magerkost. Um Hertha BSC Berlin muss man sich wirklich Sorgen machen. Alle Hoffnungen ruhen jetzt auf Gojko Kacar und Raffael. Ersteren werden wir spätestens nächsten Sommer bei einem renomierten europäischen Verein sehen, ist mein Tipp. Er ist der mit Spielverständnis und Technik ausgestattete “Aggressive-Leader” der Berliner. Mir ist er manchmal zu aggressiv, aber in dem Alter war ich auch so…. Okay, nur bei Weitem nicht so talentiert.
Was sich im Ernst-Happel-Stadion abspielte, wollte ich erst gar nicht glauben. Das Endergebnis ist ein Hammer. Und wenn man so konzeptlos gegen nahezu perfekt das Spiel engmachende Wiener anläuft und in der Abwehr solche Unzulänglichkeiten zeigt, darf man sich hinterher nicht beschweren. Nebenbei durfte sich das Team um Ex-Löwen-Trainer Peter Pacult über eine ausverkaufte Hütte freuen. Auch ein Kompliment an den Hamburger SV, was dieser an diesem Abend nicht zurückgeben konnte.
Was war sonst noch? Ein unheimlich hart umkämpftes Spiel mit einem 2:0( 1:0)- Sieg des FC Basel gegen den AS Rom. Nicht die riesen Überraschung für Insider. Das Basler Sturmduo mit Alex Frei / Marco Streller setze sich also gegen das römische Pendant Julio Baptista / Franceso Totti durch.
In Athen gab es für Panathinaikos eine bittere 1:3 (0:1) – Niederlage gegen Galatasaray Istanbul. Ich muss sagen, dass Gala wirklich eine auch auf europäischem Niveau respektable Truppe hat. Die Herren Kewell, Keita und Baros sind nur einige Beispiele für international erfahrende, abgezockte Spieler in Reihen der Türken. Ich habe sie im weiteren Turnierverlauf recht weit oben auf der Rechnung.
Aber der Weg nach Hamburg zum Endspiel ist ein langer. Und wie sagte schon Dettmar Cramer: Am Ende wird abgerechnet. So ist es!