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Archiv für September 2009

Deutsche Siege zum Auftakt

Deutschland leistete sich im Kampf um Platz 3 in der UEFA-Fünfjahreswertung mit den Italienern zum Auftakt der Champions League keinen Patzer. Der VfL Wolfsburg dominierte von Anfang an gegen ZSKA Moskau und siegte dank dreier Tore von Grafite. Der Mann ist einfach weltklasse! Clever auch, wie er das selten dämliche Zupfen vor dem Elfmeter, den er sicher verwandelte, annahm. Okay, man muss da nicht fallen, aber erwartet man das von einem Top-Profi?! Der FC Bayern München scheint in Thomas Müller einen echten Torjäger hervorgebracht zu haben. 4 Tore in den letzten beiden Spielen, sind eine Ansage. Mit diesem Nachnamen muss man sich nach so einer Serie unweigerlich den Vergleich zu Namensvetter Gerd gefallen lassen. Der Junge sollte besser seine Unbekümmertheit behalten, statt sich von so einem hinkenden Vergleich irritieren zu lassen. Ich finde seine Leistung klasse. Wer hätte das gedacht, dass ein Thomas Müller eine solche Rolle in einem Starensemble spielen könnte?!

Italien, das alle 7 Teilnehmer auf internationaler Ebene in den Gruppenphasen der Champions League und der Euroleague hat, erkämpfte gestern einen nicht unbedingten erwarteten Sieg des AC Mailand bei Olympique Marseille (2:1). Die Milanisti hatten zuletzt in der Meisterschaft nicht überzeugt. Doch mit 36 Jahren bleibt Filippo Inzaghi nicht nur ein etwas schnell fallender, sondern auch ein brandgefährlicher Stürmer.

Juventus Turin ließ zu meiner Überraschung 2 wichtige Punkte gegen Girondins Bordeaux. Aus deutscher Sicht war das vielleicht der Anfang des Angriffs auf Platz 3 der UEFA-Fünfjahreswertung, der der Bundesliga 3 sichere und 1 Qualiplatz für die Champions League in der Saison 2010 / 2011 für die folgende bringen würde. Der Auftakt ist geglückt und bzgl. der Spiele am Mittwoch und Donnerstag des VfB Stuttgart, Hamburger SV und SV Werder Bremen bin ich positiv gestimmt. Tja, ob Hertha BSC Berlin trotz der derzeitigen Verfassung und Personalsorgen gegen den FK Ventspils so souverän gewinnt, bezweifel ich ein wenig. Wenn ich die Wettquote bei bwin.com sehe (1,25 auf Sieg Hertha), würde ich eher die Finger davon lassen. Ich werde heute mein Geld auf Olympique Lyon gegen den AC Florenz, den VfB Stuttgart gegen die Glasgow Rangers und den FC Sevilla gegen Unirea Urziceni setzen. Gestern hat mir Bordeaux einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Derbyzeit in Holzen

Gestern war es mal wieder so weit: Gleich 3 Derbys hintereinander waren gestern im Eintracht-Stadion zu Holzen auf dem Programm. Und dies mit ausgeglichener Bilanz. Die Drittvertretung des TuS Holzen-Sommerberg konnte mal wieder seinen Ruf als Torfabrik bestätigen. Letzte Woche schon 8:1, diesmal siegte man gar 10:1 gegen Holzpfosten Schwerte II.

Deutlich weniger Erfolg hatte die Reserve des TuS. Trotz 1:0-Halbzeitführung unterlag man mit 1:3. U.A. Schuld daran trug der Ex-Holzener Tobias Meinks, der bei seiner Rückkehr ein sicherer Rückhalt des Derbysiegers VfB Westhofen II war.

Das A-Liga-Derby zwischem dem TuS Holzen-Sommerberg I und der SG Eintracht Ergste I endete 1:1 (1:1). Am Ende könnte man fast sagen: Schiedlich friedlich. Schön, dass es trotz der Brisanz des Duells bei “nur” 5 gelben Karten blieb. Wer die Linie des Schiedsrichter Robert Bohne kennt, weiß das einzuschätzen. Am Schiedrichter lag es aber nicht, dass beide Seiten nicht vollauf zufrieden waren.

Beide hatten die Möglichkeiten das Derby zu entscheiden. Aber Marco Bornemann und Mario Sedlag hatten vor ihren Schüssen in der 2. Hälfte wohl zu wenig Zielwasser getrunken. Interessant aber nicht begeisternd war die Rückkehr von Ex-THS-Trainer Ralf Günther mit seinen Team ins Eintracht-Stadion. Die Anfangsphase gehörte dem Team von Trainer Thomas Wegener, bis Daniel Pfennigs 25-Meter-Freistoß den Weg an Keeper Nils Weinkauf vorbei ins Netz fand.

“Souverän” setzte kurz später Holzen-Kapitän und Spieler-Co-Trainer Michael Fofara, den von Ergste-Keeper Johannes Wild und dem Pfosten zurückprallenden Elfmeter per Kopf in die Maschen. Danach bekämpfte man sich engagiert, ohne dass die Zuschauer mit den Zungen schnalzen wollten.

“Nach unseren 2 Niederlagen in Folge war es ganz wichtig hier nicht alle Punkte abgeben zu müssen. Den Punkt haben wir uns redlich erarbeitet. In der Anfangsphase haben wir es verpasst das Spiel für uns vorzuentscheiden. Aber insgesamt geht das Ergebnis in Ordnung,” fand Wegener. “Nächsten Sonntag gibt das nächste Duell auf Augenhöhe. Und Grün-Weiß Menden wollen wir unbedingt schlagen. Danach ist man gegen den VTS Iserlohn mit Sicherheit kein Favorit.” Letztere entschieden gestern ihr Auswärtsspiel bei Hemer Erciyes mit 12:0 (!) für sich und sind genau wie der BSV Menden II noch verlustpunktfrei. Die Eintracht aus Ergste ist am nächsten Sonntag Gastgeber der SF Hüingsen. Eins der ambitionierten Teams der Liga. Aber wer ist das nicht!

Interessant wird nächste Woche auch das Gastspiel des SSV Kalthof im Waldstadion des ASSV Letmathe. Letmathe hat eine sehr kompakte und clevere Mannschaft. Der SSV Kalthof mit Trainer-Routinier Gregor Malkowski setze den Saisonstart in den Sand und scheint nach 2 Siegen deutlich im Kommen zu sein. Das konnte hart umkämpft werden.

VfL Schwerte wieder mal spät aktiv

Den Schützenhof sollte man wirklich keine Minute vor Abpfiff verlassen!

Der VfL Schwerte bewies mal wieder Last-Minute-Qualitäten und konnte mal wieder einen punktbringenden Treffer in der Nachspielzeit einstreuen. Björn Goeseke war diesmal erfolgreich. Lang liegt die demütigende 1:11-Niederlage beim TuS Erndtebrück in der Meisterschaft noch nicht zurück. Nach der unsäglichen Vorbereitung (u.A. eine 1:0-Niederlage gegen den B-Ligisten Holzpfosten Schwerte) traute so manch einer in der Ruhrstadt dem VfL ähnlich peinliche Niederlagen zu. Doch nach der Trennung von Uli Sieweke läuft es relativ gut. Vom heiß gehandelten Abstiegskandidaten zum Mittelfeldaspiranten. Aber die Saison ist lang und 4 Mannschaften werden die Westfalenliga 2 in Richtung Landesliga antreten müssen.

VfL Schwerte vor schwerem Heimspiel

Die Jungs vom Schützenhof empfangen am Sonntag den TuS Erndtebrück. Die Wittgensteiner überzeugten zuletzt mit Siegen in der Meisterschaft gegen die SF Oestrich-Iserlohn, die sie bereits 10 Tage zuvor im Westfalenpokal spektakulär mit  6:4 nach Verlängerung besiegen konnten. Dazwischen reichte es jedoch nicht zu Punkten bei der SpVg Erkenschwick, einem Anwärter auf vordere Plätze.

Tabelle

Fortuna Düsseldorf – TuS Koblenz 3:1 (1:1)

Zuschauer: 20.150

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Assis: Petersen (Stuttgart), Münch (Rielasingen)

4. Schiri: Voss (Großhansdorf)

Startaufstellungen:

Fortuna: Ratajczak (22) – Weber (2), Anderson (20), Cakir (5), van den Bergh (21) – Costa (3), O. Fink (7), Lambertz (17), Caillas (30) – Bulykin (13), Jovanovic (9)

Trainer: Meier

TuS:Yelldell (1) – B. Lense (12), Mavric (4), D. Ndjeng (15) – Langen (13), M. Hartmann (6), Melinho (20), Skeraj (27), Geißler (8), Rahn (7) – S. Kuqi (32)

Trainer: Rapolder

Einwechslungen: 78. Hergesell (24) für Caillas, 84. Kadah (18) für Jovanovic, 90. Sieger (8) – 46. Stieber (11) für Rahn, 58. N. Kuqi (9) für Skeraj, 73. Chr. Müller (17) für Geißler.

Tor: 1:0 Jovanovic (38., Linksschuss, Vorarbeit Caillas)

Einzelkritik

Fortuna Düsseldorf

Ratajczak: Der Ersatz von Michael Melka war bei einem schlechten Rückpass von Anderson auf der Hut, ansonsten in der 1. Hälfte unbeschäftigt. Ein mäßiger Abstoß in der 2. Hälfte. Nicht weiter gefordert. Note: 3,5

Weber: Machte die rechte Seite zum Quell der Offensivbemühungen bereits zu Anfang. Rackerte unermütlich, hatte auch aus der Distanz Gefahr zu bringen. Ab der 60. Minuten auf dem abstiegenden Ast. Note: 3,0

Anderson: Der lange brasilianische Innenverteidiger spielte bis auf seinen schlampigen Rückpass in der 33. Minute souverän und hatte nicht viel zu tun. Zeigte seine elegante Spielweise. Note: 3,0

Cakir: Der Deutsch-Türke hatte zunächst ebenfalls keine ernsthaften Zweikämpfe zu bestreiten, wirkte jederzeit sicher und leitete auch wie in der 45. Minute durch einen klugen Pass gutes Flügelspiel ein. In der 2. Hälfte weiter stark in den Zweikämpfen und jederzeit sicher im Aufbauspiel. Note: 2,5

van den Bergh: Das “Ex-Fohlen” spielte einen defensiv souveränen Part, aber deutlich zurückhaltender als Weber auf der anderen Seite. In der 2. Halbzeit wusste er nichts mit sich bietenden Freiräumen anzufangen. Note: 4,0

Costa: Wenige Ballkontakte für den Abräumer. Er erledigte seine Defensivaufgaben ordentlich. Note: 4,0

O. Fink: Der offensive Mittelfeldspieler fand zunächst schwer ins. Ab der 25. Minute jedoch mit gute Pässen und Alleingängen. Note: 3,0

Lambertz: Kam nach leichtem Holpern gut in die Partie. Auch der Turban nach der Kopfverletzung hinderte ihn nicht daran, durch seine Laufstärke “lästig wie Kacke am Absatz” beim Gegner zu sein. In der 27. versäumte er es seine gute Leistung zu krönen. Note: 2,5

Caillas: Der 31-jährige Deutsch-Franzose war der beste Spieler auf dem Feld. Zweikampfstark, lauffreudig, mit guten Standards und einer Torvorlage erwischte er einen Sahnetag! Note: 1,5

Bulykin: Der bullige Russe wirkte teils etwas phlegmatisch. Dennoch zeigte er immer wieder, dass er in der Lage ist seinen Körper einzusetzen. Spielerisch ordentlich, könnte aber lauffreudiger sein. Note: 3,5

Jovanovic: Ein guter Auftritt des langen Serben. Stets in Bewegung, mit gutem Freistoß (25.) und dem goldenen Tor erzielte er das 1. Stürmertor der Fortuna in dieser Saison. Note: 2,5

TuS Koblenz

Yelldell: Brauchte mal wieder mehrfach jeden seiner 194 cm Körperlänge. Anfangs reichten diese aber noch nicht nach einer Ecke. Danach solide und schuldlos beim 1-0. Note: 3,5

B. Lense: Stolze 64 Erstligaspiele hat der Ex- Armine auf dem Buckel. In manchen Szenen sah man seine Cleverness. Hatte schwer zu kämpfen in der Düsseldorfer Druckphase ab der 30. Minute. Immer wieder bemüht sich in die Offensive einzuschalten. Note: 3,5

Mavric: Der slowenische Nationalmannschafts-Innenverteidiger definierte sich über Zweikämpfe und lange Bälle mit mäßigem Erfolg. Hatte allerhand zu tun mit den Angreifern. Besonders gegen Jovanovic sah man seine mangelnde Schnelligkeit, als er Gelb sah (66.). Note: 4,0

D. Ndjeng: Hatte mit seinen 1,82m und mäßigen Schnelligkeit gegen die hochgewachsenen Düsseldorfer Stürmer durch sein gutes Stellungsspiel noch einen passablen Stand in der 1. Hälfte. In der 2. Hälfte weiter gut beschäftigt. Hielt jedoch dagegen. Keine Offensivaktionen. Note: 4,0

Langen: Über seine linke Seite passierte offensiv wenig, defensiv war er kein Stabilitätsfaktor. Ein sehr unauffälliger Auftritt, der seine Mannschaft zu keiner Zeit weiter brachte. Note: 4,5

M. Hartmann: Der ehemalige Stuttgarter Kickers- Spieler hatte gleich zu Anfang zwei Fehlpässe auf Lager, fiel danach weder positiv noch negativ in der 1. Hälfte auf. In der 2. Hälfte kaum offensiv aktiv, defensiv etwas sicherer, aber auch seine Mitbeteiligung am Gegentor bringt ihm Note: 4,5

Melinho: Wenig brasilianisches Flair konnte der aus Tschechien ausgeliehene Sechser einbringen. Mäßiger Start, schwach nach der 30. Minute. In der 2. Hälfte mit dem ein oder anderen guten Pass. War bemüht S. Kuqi einzusetzen. Note: 4,0

Skeraj: Über seine rechte Seite versuchte er gerade anfangs noch Schwung rein zu bringen, dies gelang ihm in der Folge immer weniger. In den Defensivzweikämpfen etwas nachlässig. Nach einigen halbherzigen Bemühungen war für ihn in Minute 58. Feierabend. Note: 4,0

Geißler: Der Neuzugang aus Osnabrück lief viel, verzog die einzige Chance in der 1. Hälfte in der 11. Minute um einen Meter. Danach bemüht, aber wenig effektiv,auch bei seinem Schussversuch nicht (61.). Note: 4,0

Rahn: In seinem 2. Zweitligaspiel wollte ihm so recht nichts gelingen. Ein gebrauchter Tag, der zu seinem Glück in der Halbzeit endete. Note: 5,5

S. Kuqi: Diesmal von Beginn an ohne seinen Bruder Njazi begann der routinierte finnische Nationalspieler lauffreudig und für einen alleinigen Zentralstürmer nicht ungeschickt. Von seinen Außenstürmern kam quasi gar nichts. Hätte nach Melinho-Zuspiel in der 58. Minute mehr aus dem selten gegebenen Raum machen müssen. Note: 4,0

N. Kuqi: Kam in der 58. Minute für Skeraj, hatte eine Chance durch einen Rechtsschuss, verbrauchte danach scheinbar seine ganze Luft zum Meckern gegen den Schiedsrichter. Note: 4,5

Stieber: Der junge Ungar wusste überhaupt nicht zu zeigen, dass er in die Stammformation gehört. Lediglich eine Flanke zu einer Torchanche. Das war alles. Zeigte zu wenig Einsatz. Note: 5,0

Die restlichen Spieler bleiben wegen der geringen Einsatzzeit ohne Bewertung.

Fazit: Ein absolut verdienter Sieg der Gastgeber, der hätte schon frühzeitig eingefahren werden müssen. Der Gast präsentierte sich trotz der angeblich 3 Spitzen viel zu harmlos. S. Kuqi war auf verlorenem Fuß und der Druck der Koblenzer in den letzten 20 Minuten genügt einfach nicht, in der 2. Liga ein Spiel zu drehen.