Archiv für Oktober 2009
Spielfrei gilt nicht für den Iserlohner Kreis
Während im restlichen Westfalen größtenteils der Ball an diesem Wochende ruht, steht im Iserlohn Kreis ein kompletter Spieltag aller Ligen am Samstag an.
Der Grund dafür liegt in der kurzfristigen Abweichung vom Rahmenterminkalender des FLVW. Dies führt auch dazu, dass während der WM 2010 in Südafrika gespielt wird. Besonders lustig kann es werden, wenn Deutschland in Gruppe C oder D gelost wird. Dann könnte es zu einer Überschneidung mit einem Spiel der Deutschen kommen.
Dies sind Fakten. Jeder kann sich selbst ein Urteil darüber bilden.
VTS Iserlohn – SV Oesbern
Bereits um 14.30 kommt es auf dem Rasenplatz des Leichtathletikstadions am Iserlohner Hemberg zum Aufeinandertreffe des Ersten gegen den Letzten. Dennoch ist es nicht zu erwarten, dass der Titelfavorit seinen bisher höchsten Saisonsieg feiern kann. Dieser steht derzeit bei 12:0 im Auswärtsspiel bei Hemer Erciyes.
Denn der SV Oesbern hat schon beim ASSV Letmathe (Tabellenzweiter) ein kanppes 1:2 erreicht und dies erst in der Nachspielzeit durch einen überflüssigen Handelfmeter. Die Mannschaft von Trainer Hubert Kemper weiß sich zu wehren. Doch der Erste zu sein, der dem VTS Punkte abnimmt, würde trotzdem einer Sensation gleich kommen.
Eintracht Ergste – ASSV Letmathe
Verfolger ASSV Letmathe muss am Samstag bei der SG Eintracht Ergste antreten. Unter der Woche schied die SGE in der 2. Kreispokalrunde gegen den SV Geisecke mit 1:2 aus. Schlimmer als das Ausscheiden dürfte Trainer Ralf Günther die Muskelverletzung von Stürmer Robert Krzemien empfinden. Die Verletztenliste ist ohnehin schon lang. Letmathe muss auf den gesperrten Marco Winner verzichten.
TuS Holzen-Sommerberg – SF Hüingsen
Der Tabellendritte von den SF Hüingsen muss nach der gelungenen Eröffnung des eigenen Kunstrasenplatz am letzten Sonntag (4:0 gegen Borussia Dröschede II) beim TuS Holzen-Sommerberg antreten. Die Sommerberger wollen die bisher magere Heimbilanz (5 Punkte aus 5 Spielen) aufpolieren.
Doch dies dürfte ein hartes Stück Arbeit werden, zumal mit dem gesperrten Tobias Roßbach und den verletzten Dennis Kirsch und Nico Buschhaus einige Akteure ausfallen.
Jeder Punkt tut dem THS gut, da nach derzeitigem Stand (SF Oestrich II und der SV Geisecke stehen in der Bezirksliga auf Abstiegsplätzen) 3 Mannschaften aus der A-Liga absteigen würden. Rutscht noch ein weiterer Bezirksligist aus dem Kreis Iserlohn auf einen Abstiegsplatz, kann es zu 4 Absteigern kommen. Dies macht natürlich die Liga spannend bis zum Schluss, deht aber auch an die Nerven der Beteiligten.
600 Zuschauer und ein Kartenfestival
600 Zuschauer waren zur Eröffnung des neuen Kunstrasensplatzes zugegen. Ob es an der in der 2. Hälfte undiszipliniert auftretenden Reserve von Borusssia Dröschede lag, wage ich mal zu bezweifeln. 8 gelbe Karten eines erfahrenen Schiedsrichters (Lars Lehmann), davon 2 gegen Cakaj, sprechen eine eindeutige Sprache. René Weißbach ließ sich nach dem Spiel als dreifacher Torschütze feiern. Am kommenden Samstag beim TuS Holzen-Sommerberg dürfte dies schwieriger werden.
Prognose Hüingsen: Ein heißer Kandidat im Kampf um Platz 3. Endlich braucht man die Heimspiele nicht mehr bei GW Menden austragen und dürfte sich dort oben festbeißen.
Prognose Dröschede II: Schwer einzuschätzen diese Truppe. Anfangs zu den größten Enttäuschungen gehörend, haben sie sich scheinbar gefangen. Eine Niederlage in Hüingsen wird auch Anderen passieren. Der Zug bewegt sich in Richtung oberer Tabellenhälfte.
BSV Menden II – VTS Iserlohn 1:2 und Neue in Ergste
Ein hartes Stück Arbeit hatte der VTS Iserlohn beim Bezirksliga-Absteiger BSV Menden II abzulegen. Auf dem Kustrasen am Huckenohl erzielte mit Ömer Sönmez in der 35. Spielminuten de 2:1 Siegtreffer. Der 23-jährige Türke verfügt über sage und schreibe 35 Einsätze in der Oberliga bei den SF Siegen und SF Oestrich-Iserlohn.
Mit Cüneyt Senel stand ein weiterer Spieler, der mit dem FC Gütersloh Oberligaerfahrung gesammelt hat, in der Elf des absoluten Topfavoriten der Liga. Eigentlich darf nichts Anbrennen beim angestrebten ersten Schritt in Richtung Westfalenliga, die der 1. Vorsitzende und Spielervermittler ,Hayko Ertür, in einem Fünfjahresplan anstrebt. Erfahrene Landesligakicker wie Ömer Durgun (TuS Plettenberg und SSV Hagen) und Cihan Senel (Hasper SV und SSV Hagen) werden zum Aufstieg verhelfen, wenn man damit klar kommt, dass mit jedem Sieg die David / Goliath- Mentalität des Gegners stärker wird.
Dazu gehören Disziplin und geduldiges Spiel. Der frisch vermählte Ömer Durgun sah in der Nachspielzeit Gelb/Rot vom jungen Schiedsrichter Zeljko Andrejevic. Zuvor musste dieser bereits Nelissen und Gagon (glatt Rot) vom BSV Menden II vom Platz stellen und das machte den Gastgeber den nötigen Offensivdrang unnötig schwierig. Für die Reservekicker ist die Saison praktisch gelaufen und jetzt heißt es sich im Kampf um Platz 3 gegen die Konkurrenz vom SF Hüingsen, Olympos Menden, Vatanspor Hemer und evtl. Eintracht Ergste durchzusetzen. Letztere können mit 2 starken Neuzugängen ab Januar an den Start gehen.
Marc Vollmer und Nico Städtler werden vom Bezirksligisten ETuS/DJK Schwerte ins Waldstadion zur Truppe von Ralf Günther stoßen. Hemer Erciyes dürfte im Rennen um Platz 3 keine Rolle spielen. Dafür bieten die Mitkonkurrenten mehr Qualität in spielerischer Hinsicht.
SC Tornado Westig – SG Eintracht Ergste 2:1
Noch ohne die erwähnten Neuzugänge kassierte die Eintracht aus Ergste eine überrasschende 2:1- Niederlage beim SC Tornado Westig. Alladin Zafer glich in der 80. Min. die Westiger Führung durch Hoffmann aus. Joker Scheinig brachte Tornado den ersten Heimsieg der Saison.
Prognose Westig: Kanonenfutter gibt es in dieser Liga einfach nicht und Tornado scheint den Abstiegskampf, der wahrscheinlich bis zum Saisonende dauern wird, anzunehmen.
Prognose Ergste: Ein großer Kader kann Ausfälle besser kompensieren. Mit diesem, den Neuzugängen im Winter und einem Knipser wie Jojo Farruggio wird man in der oberen Tabellenhälfte spielen.
ASSV Letmathe 98 – Vatanspor Hemer 4:1
Der Verfolger Nr. 1 gab sich keine Blöße gegen die stark beginnende Mannschaft von „Coco“ Göbel. Leider muss man in den nächsten Wochen auf Marco Winner verzichten, der den Schiedsrichter Folgendes fragte: „ Sind wir hier im Zoo?“ Statt einem glatten „Nein“ gab es die rote Karte. Über die Entscheidung kann man geteilter Meinung sein. Ich habe Verständnis für Emotionen und Verwunderungen. Mit einem souveräneren Auftritt können auch manchmal die Schiedsrichter zu einem weniger farbenfrohen Spiel beitragen.
Prognose Letmathe: Eindeutig die zweitstärkste Mannschaft der Liga. Dafür sorgt schon Lukasz Kubitzki (Ex-Landesligaspieler u.A. beim TuS Wengern und SSV Hagen), aber am VTS Iserlohn wird man über die Saison gesehen nicht vorbei kommen.
Prognose Vatanspor: Man wird als bester Aufsteiger die Saison beenden, aber ein wenig an Aufstiegseuphorie einbüßen. Der deutsche Trainer und 1. Vorsitzende Coco Göbel tut dem Verein gut und wird die Mannschaft in vordere Gefilde führen.
TuS Holzen-Sommerberg – DJK SF Bösperde 2:1
Den Holzenern, die bei 2:5 Toren vor diesem Spiel zu Hause noch sieglos waren, gelang die ganz späte Wende in einem eher mäßigen Spiel. Mario Sedlag nutze in der 86. Minute einen von Wilhelm Überacker mit dem Kopf verlängerten Einwurf von Joker Fabian Feldhoff zum Ausgleich. Dies schien den Nerven der DJK nicht gut getan zu haben. In der 90. fabrizierten sie einen Ballverlust am eigenen Strafraum und Daniel Seelbach knallte das Dingen zum viel umjubelten Sieg der Dortmunder in die kurze Ecke.
Im ersten Abschnitt hatte der Gast leichte Vorteile und gelangte nach einem Einwurf und dem folgenden Schuss von Kümper zur Führung. In der zweiten Hälfte machte man zu wenig aus den Freiräumen, die sich aus der erhöhten Holzener Risikobereitschaft ergaben. Der Gastgeber kämpfte bis zur letzten Minute und wurde mit etwas Glück auch noch belohnt. “Aber Glück hat nur der Tüchtige!” wusste Trainer Thomas Wegener zu berichten. “Verdient oder nicht spielt in so einem Spiel keine Rolle. Wir haben an uns geglaubt und es erzwungen.”
Prognose Holzen: Das angestrebte Ziel, Platz 9, scheint realistisch zu sein. Punkten bedeutet jedes Mal harte Arbeit, aber bisher kann man sich von den unteren Regionen fernhalten und das dürfte auch bis zum Ende der Saison so bleiben.
Prognose Bösperde: kein wirklicher Abstiegskandidat. Man hinkt den Erwartungen zwar noch hinterher (auswärts noch kein Punkt), wird sich aber Dank der soliden Fußballer in der Mannschaft wieder fangen.
Hasper SV – SSV Hagen
Um 15 Uhr wird Schiedsrichter Vitali Schäfer das Derby zwischen den Blauen und den Roten anpfeifen. Dies stand in den letzten Jahren unter verschiedenen Voraussetzungen. Mal war der SSV der Favorit, zumeist aber die Hasper, da beim SSV immer wieder Finanzprobleme auftraten. Gut, dauerhaft frei von Skandälchen war man auch in Haspe nur selten.
Die in der letzten Woche aufgekomme Geschichte um die Bitte des sportlichen Leiters, Maurice Zorko, an Präsident Uwe Rösner (übrigens Ex-Sportlicher Leiter des SSV) den Trainer Jorge Dias und Spieler-Co Thorsten Horz zu entlassen, ist eine recht typische Kapriole. Für viele Fußballanhänger sind dies auch Gründe warum in Hagen einfach kein höherklassiger Fußball gespielt wird. Es fehlt an Seriosität und Kontinuität. Zorkos Angebot einen neuen Trainer, zusätzlichen Spieler und 20.000 EUR zur Verfügung zu stellen, erscheint mir eher eine Handlungsweise vom Wild-West-Viehmarkt zu sein. Zorko konnte sich nicht durchsetzen und ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Wirklich aktiv soll er schon längere Zeit nicht mehr gewesen sein.
Am Sonntag ist der Hasper SV haushoher Favorit. Zwar fällt Michel Amaral mit einer Bänderverletzung aus, doch verfügen die Hasper gerade nach der Rückkehr von Sheria Bitendere, Nils Hellmig und Sahin Murat über eine extrem erfahrene Mannschaft. Erstere beiden haben auch schon ihre Schuhe für den SSV geschnürt, Hellmig war zu Verbandsligazeiten bei Vorwärts Kornharpen aktiv, wobei Sheria Bitendere schon Verbands- und Oberligaerfahrung beim TuS Sundern und der TSG Sprockhövel sammelte. Sahin Murat war noch vor gut 2 Jahren nah dran am Stammplatz bei den SF Oestrich in der Oberliga Westfalen. Da hat auch Amir Smajic gespielt, nämlich beim FC Gütersloh. Der bosnische Wandervogel (u.A. TuS Wengern, SV Hohenlimburg 10, VfL Schwerte) dürfte im Normalfall viele Möglichkeiten bekommen um sein Torekonto aufzustocken.
Die Hasper zeigten schon beim 7:0-Auswärtserfolg im Derby bei der SpVgg Hagen 11 ihre Vollstreckerqualitäten. Dabei hatte der damalige Gegner 2 Wochen zuvor noch den SSV Hagen 5:1 geschlagen. Aber direkte Schlüsse daraus zu ziehen ist nicht möglich. Es war das allererste Spiel der “Gratis-Truppe” vom Höing und die 3 Koreaner Na, Yang und Ok waren noch nicht spielberechtigt. Ich war selbst Zeuge des Spiels und war überrascht, wie sich die SSVer verkauft haben. Es war zwar alles andere als effektiv, aber für den allerersten Auftritt der meisten Spieler jenseits der Kreisliga, konnte man zumindest bis zum 2:0 eine ansprechende Leistung attestieren. Aber 11 Punkte aus den folgenden 10 Spielen sind allergrößten Respekt wert. Wer hätte das gedacht! Jetzt sind die Ansprüche allerdings gestiegen.
Aus meiner Sicht sollte der SSV sich am Sonntag nichts ausrechnen. Die Hasper werden den SSV nicht unterschätzen, zumal auch einige Hundert Zuschauer da sein werden und es “das” Hagener Derby ist. Und gegen die Erfahrung und Dynamik der Hasper, wenn sie denn richtig wollen, fehlt dem SSV einfach die Cleverness. Die 3 Koreaner können nicht alles abfedern. Ohne John Makaya würden auch die Hoffnungen auf einen Auswärtstreffer sinken. Der erfahrene, wenn auch nicht gerade allerschnellste Stürmer passt gut in die Mannschaft.
Häufig kann sich Jens Krüger im Tor auszeichnen. Der lautstarke Rückhalt war in der letzten Saison noch im Abstiegskampf der Reserve von TSV Fichte Hagen involviert und macht seine Sache 2 Ligen höher jetzt sehr ordentlich. Aber alles in allem ist der Qualitätsunterschied zu groß und ich glaube an ein 6:1 für den HSV.