Archiv für Oktober 2009
Traditionsreiche Duelle
Die klangvollsten Duelle in der Europa League ohne deutsche Beteiligung steigen in Rom, Lissabon und London. In der italienischen Hauptstadt empfängt Gastgeber Lazio die knatschgelben U-Boote aus Villareal. Die ganz großen Zeiten von Lazio sind aber wohl vorbei. Dennoch starte man als leichter Favorit. Überraschend marschiert RB Salzburg vorweg und die beiden Kontrahenten könnten das vorentscheiddende Duell ums Weiterkommen in Gruppe G am Donnerstag vor sich haben.
Einen klangvollen Namen hat die Partie Benfica Lissabon gegen den FC Everton auf jeden Fall. Die Männer aus dem Stadion des Lichts in Lissabon haben eine kaum erreichte Pokalvitrine und die Liverpooler waren noch in den 80er Jahren englischer Meister. Im Moment kaum noch vorstellbar. Die Blauen können nach den Siegen gegen BATE Borisow und AEK Athen ein wenig entspannter an die Partie herangehen. Benfica sollte sich nach der 1:0- Niederlage in Athen nicht mehr viel erlauben, wenn man seinen Ansprüchen in Gruppe I gerecht werden möchte.
Die Mannschaft von Besitzer und Großkaufmann Mohamed Al Fayed, der FC Fulham, empfängt den AS Rom mit Francesco Totti. Das Craven Cottage wird wohl wieder “volle Hütte” melden. Zu recht. Ein wunderschönes, uraltes, typisch englisches Stadion direkt an der Themse. Mit gut 25.000 Zuschauer Kapazität auch nicht zu groß. Als Fußballfan ein echter Tipp für ein London-Wochende. Oder halt am 22.10. Ich erwarte ein enges Spiel. Immer interessant, wenn der italienische auf den britischen Fußballstil trifft. Ausgang völlig offen
FK Austria Wien – SV Werder Bremen
In Gruppe L kann Werder schon mal mit einem Bein in die K.O.-Runde vorstoßen. Aber Obacht! Der HSV kann Werder erzählen, dass Ausflüge in das Land des kleinen Bruders (0:3 bei Rapid Wien) schmerzhaft sein können. Austria und Rapid miteinander zu vergleichen, was die Spielstärke angeht, ist durchaus nicht weit hergeholt. Beide kämpfen um den Anschluss an die Millionarios von RB Salzburg und Austria mit dem Ex-Bielefelder Mamadou Diabang ist derzeit etwas näher dran.
Im kompakten, traditionsreichen Franz-Horr-Stadion wird sich die Austria sicherlich noch mehr reinschmeißen, als wenn es gegen Lustenau gehen würde. Aber unser deutsches Flaggschiff, dass keine tragende Ausfälle zu verkraften hat, wird seine höhere Qualität zu nutzen wissen und auch dank Claudio Pizarro siegen.
Daher mein Tipp: 1:3
Hertha BSC Berlin – SC Heerenveen
Ist der Euro League-Auftriit für die Hertha nun eine willkommene Ablenkung vom dunkelgrauen bis schwarzen Bundesliga-Alltag oder ein weiterer sadomaso-Akt für Spieler, Verantwortliche und Fans?
Wenn man diese Leblosigkeit in Nürnberg gesehen hat, fehlt einem schlichtweg der Glaube an einen gelungenen Auftritt. Andererseits muss ja irgendwann der Knoten platzen. Kringes und Nicus Ausfall können nicht als Ausrede herhalten, der Trainer wurde schon gewechselt und jetzt mal schauen, ob Friedhelm Funkel seinen Ankündigungen, notfalls auszusieben, Taten folgen lässt. Ich glaube nicht daran. Friedhelm Funkel sind die Hände gebunden. Hertha ist ähnlich arm wie Schalke und kann keine Nettoinvestitionen ins Personal verkraften. Und die braucht man, wenn man Einige von der Liste streicht. Denn es macht ja auch nicht viel Sinn, z.B. die Nummern 18 bis 21 aus dem Kader zu streichen.
Bei Vorstellungen wie am Samstag sollte Funkel durchgreifen. Ein offensichtlich unwilliger Gojko Kacar z.B., der zumindest in den Vorwochen noch viel ins Spiel hineinwarf, muss sofort die harte Hand des Trainers zu spüren bekommen.
Wenn man so tief im Schlamassel steckt, darf es keinen Kredit mehr für Spieler geben. Der Gegner dürfte in Deutschland eine untere Mittelfeldrolle in der Bundesliga einnehmen. So viel zur Spielstärke des SC Heerenveen. Entscheidend ist aber, ob es bei den Herthanern “Klick” in der Birne macht. Ich glaube nicht dran.
Daher mein Tipp: 1:2
Celtic Glasgow – Hamburger SV
Der HSV tritt mit den bekannten Personal- und besonders Sturmproblemen in Schottland an. Mladen Petric und Paolo Guerrero fehlen den Hamburgern auf Dauer sehr. Markus Berg hat einfach noch nicht die Reife um eine ausreichende Konstanz an den Tag zu legen. Beim eng gedrängten Terminkalender fehlen die Zeiten für Pausen.
Dennoch: In einem einzigen Spiel kann man Vieles kompensieren. Wenn man gestern den blamablen Auftritt von den Glasgow Rangers gegen Unirea Urziceni gesehen hat (1:4) und weiß, dass die beiden Lokalkonkurrenten sich nicht allzu viel tun, kann man optimistisch sein. Beim letzten Heimspiel spielte man gegen die, zugegebenermaßen sehr konkurrenzfähigen, Rapidler aus Wien 1:1.
Ein Ergebnis mit dem der HSV leben könnte. Ein großer Schritt in Richtung K.O.-Runde wäre allerdings ein Sieg in Glasgow. Schön für den Zuschauer wäre es auf jeden Fall, wenn die Visiere im Gegensatz zu dem langweiligen Heimauftritt gegen Bayer Leverkusen am Samstag ein Stück weit heruntergeklappt werden würden. Ich denke, es wird in der Tat offener. Die schottische Fußballseele wünscht sich diese Art von Schlagabtausch. Und wem schon mal die Ehre zuteil wurde im Celtic Park, oder auch “Paradise” genannt, einem Europapokalspiel seine Aufwartung machen zu dürfen, weiß, was für eine Stimmung unter den gut 60.000 herrschen kann.
Mein Tipp: 2:3
Zehner auf Talfahrt
An der Spitze kam Kaan-Marienborn wieder nur zu einem Remis, diesmal in Niederschelden. Absteiger TSV Weißtal nutzte die Chance durch einen 4:0 im schweren Auswärtsspiel in Schmallenberg.
Manuel Hesse sorgte für den SV Rothemühle mit 3 Toren im Heimspiel gegen den SV aus Hohenlimburg für die Sicherung des 3. Platzes seines Teams und für einen Abstiegsplatz der Zehner. Das müsste zuletzt kurz nach der Steinzeit der Fall gewesen sein. Aber Mäzen Erich Berlet hält ja immer schützend seine Hand über die Spieler und den Manager, die alle hervorragende Arbeit leisten. Na ja, Anspruch und Wirklichkeit klaffen ähnlich weit auseinander, wie die Beine eines Freudenmädchens bei der Arbeit.
Bei Hagen 11 freute man sich über Christian (in der Hagener Zeitung nur “Christoph” genannt) Matzkeits Traumfreistoß kurz vor Schluss zum 2:2 in Salchendorf. Trainer Alfredo Pais attestierte seinem Manndecker Sven Kostrzewa ein “Riesenspiel”. Für mich keine Überraschung. Der hatte in der Rückrunde der vergangenen Saison auch einen klasse Trainer!
Mach so weiter, Langer!
Die Zeiten eines Gerd Dyballa scheinen endgültig vorbei und das ist auch gut so. Nichts gegen ihn, aber irgendwann ist einfach der Zenit überschritten und die Spieler in dieser Liga einfach zu beweglich.
Der SSV Hagen hatte nach zuletzt starken Auftritten einen gebrauchten Tag gegen den Tabellenletzten aus Erndtebrück und bekam bei dem 0:3 einen herben Dämpfer mit.
Der Ex-Gütersloher Amir Smajic schoss seine Hasper in der Nachspielzeit zum 2:1-Auswärtssieg beim BSV Menden. Ausgerechnet an der Stelle, an der er einst mit dem Hasper SV im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Verbandsliga am BV Brambauer scheiterte.
Sein damaliger Sturmpartner, Anthony Yeboah, ist mit seiner SG Hemer spätestens nach dem 1:5 beim TuS Plettenberg in der Normalität angekommen.
Die FSV aus Werdohl trennte sich im MK-Derby 1:1 vom Kiersper SC und schaffte es nicht am KSC vorbei auf Rang 5 zu ziehen.
3 richtige Tendenzen beim Tippen sind ausbaufähig. Ohne “Christoph” Christian Matzkeit wäre noch ein korrektes Ergebnis dazu gekommen.
Nachbetrachtung Westfalenliga 2
Die Gewinner des Spieltages kommen aus Dortmund und Iserlohn. Der ASC 09 fertigte den FC Recklinghausen mit 7:0 ab und schießt die 96er auch in eine sportliche Krise. Finanziell sieht es ja auch nicht rosig aus, da Spielervermittler Necdet Tanis vor Gericht Geld vom Verein zurückklagt. Größenordnung: 50.000 EUR!
Die Sportfreunde aus Oestrich siegten in einem sehr mäßigen Spiel gegen den Abstiegskandidaten VfL Schwerte mit 2:0. Erst nach der Einwechslung vom Ex-Schalker, Serafettin Sarisoy, kam Oestrich zu dem wichtigen Sieg, gegen den die harmlosen Blau-Weißen nichts entgegensetzen konnten.
Langsam richtig aufpassen sollte der Hombrucher SV um Top-Torjäger Tim Schwarz, der nach gutem Start gestern beim 0:5 gegen die Spvg. Olpe wohl den vorläufigen sportlichen Tiefpunkt erreicht hat.
Was meine Tipps angeht finde ich 6 richtige Tendenzen bei 9 Spielen richtig gut, aber Eigenlob stinkt ja bekanntlich.
Vorbericht Borussia Dortmund – VfL Bochum
Am Sonntag um 17.30 steigt das kleine Revier-Derby. Ich verspreche mir keinen Leckerbissen. Dortmunds bis dato noch stotternde Kreativzentrale ist in persona Tamas Hajnals bis zum Winter mattgelegt. Ob endlich mal Markus Feulner seine Chance bekommt oder der Hardcore-BVB-Fan Kevin Großkreutz das Zepter schwingen soll oder vielleicht ist doch der bisher auf außen in der Raute überzeugende Nuri Sahin, eine Option? Im Sturm hat Jürgen Klopp auch wieder die Qual der Wahl der Mittelmäßigkeit. Sebastian Kehl und Tinga werden nicht mitwirken können.
Der blau-weiße Nachbar muss schweren Herzens wohl auf Stanislav Sestak wegen eines Mittelhandbruchs verzichten. Das wiegt schwer, zumal gerade, wenn der VfL nicht das Spiel machen muss, er besonders auf die Qualitäten des Slowaken setzt. Shinji Ono fehlt gelb-rot gesperrt und der Kanadier Daniel Imhof hat sich 3 Wirbel angebrochen. Mit Fanny Heinemann an der Linie lässt sich beim VfL ein Aufwärtstrend erkennen und der BVB ist einfach nicht gefestigt.
Daher mein Tipp: 1:1
Vorbericht Werder Bremen – 1899 Hoffenheim
Letzte Saison war dieses Spiel ein echtes Fußball-Feuerwerk. 5:4 gewann Werder. Die Torschützen damals waren 9 verschiedene. Nur Diego ist nicht mehr mit dabei und beide Teams sind gut drauf. Die Zeichen stehen auf grün für ein Fußballfest.
Die 99er können mit den Ausfällen von Tobias Weiß (Knie) und Kapitän Roland Nilsson (Handbruch) deutlich besser leben, als mit einem eventuellen Ausfall von Josip Simunic, der sich scheinbar bei seinem freitagabendlichen Discobesuch, der ihn wohl auch die Nationalmannschaftskarriere kosten wird, eine Wadenverletzung eingefangen hat. Auf Werders Seite musste Almeidas Blinddarm raus und Hugo kann nicht spielen und auch Tim Borowski zwickt der Rücken. Es könnte packend werden.
Mein Tipp: 3:2
Vorbericht 1. FC Nürnberg – Hertha BSC Berlin
Der Angstgipfel schlechthin steigt am Samstag in Nürnberg im easycredit-Stadion. Man hatte sich nach dem Aufstieg mehr erhofft. Aber anscheinend ist ein Aufstieg für den Club nichts Besonderes mehr, denn eine Aufstiegseuphorie ist gänzlich ausgebleiben. Vielleicht gibt Marek Mintal den entscheidenen Push. Der Slowake konnte am Mittwoch durch den 1-0 Sieg im Schnee zu Chorzow (Polen) die viel umjubelte 1. WM-Teilnahme mit seinen Jungs feiern. Hoffentlich wurde es nicht zu feucht-fröhlich.
Der Absteiger der Saison, Hertha BSC kann sich glücklich schätzen, dass der Rückhalt im Tor, Jaroslav Drobny, gerade rechtzeitig nach einer Daumenverletzung wieder fit geworden ist. Denn der nachverpflichtete Timo Ochs ist verletzt und noch mal so 2 spektakuläre Dinger, wie Kollege Burchardt gegen den HSV, wollen sich die Hauptstädter bestimmt nicht noch mal fangen. Dass auch gestandene Leute wie Arne Friedrich Nerven zeigen, hat man ja am Samstag in Moskau gesehen, als er einen eigentlich glasklaren Elfmeter verursachte. Danke noch mal an den Schiri, Massimo “der Mittelfinger” Busacca. Ich erwarte viel Krampf und kein Ende der Herthaner Pechsträhne.
Mein Tipp: 1:0
Vorbericht VfB Stuttgart – FC Schalke 04
Die Gelsenkirchener Vorstädter müssen immer noch auf den schmerzlich vermissten Jermaine Jones verzichten. Auch der Ausfall von Christian Pander wiegt gerade bei Standards schwer. Spielen wird beim Gast wahrscheinlich Marcelo Bordon, trotz Augenverletzung.
Der VfB muss auf Matthieu Delpierre und Martin Lanig nach OPs verzichten und Roberto Hilbert hat einen Husten und ist sehr fraglich. Die restlichen Ausfälle wie Bastürk oder Riedle sind belanglos. Wenn es schlecht für den VfB läuft, können sie nach diesem Spieltag auf einem Abstiegsplatz stehen. Die Druckverhältnisse vor dem Spiel sind klar verteilt, zumal die Schalke eine stolze Punkteausbeute haben. Der VfB verfügt aus meiner Sicht aber über mehr Potential. Ich sage voraus, dass der, der das erste Tor schießt, das Spiel nicht mehr verlieren wird.
Mein Tipp: 2:0