Archiv für Dezember 2009
Frankreich – Die Grande Nation
Das westeuropäische Land, dessen Grundfläche seines europäischen Mutterlandes einem Hexagon nahe kommt, bezeichnet sich gerne als die “Grande Nation”. “La France” blickt auf eine lange und bewegte Geschichte, in der der Kolonialismus eine wichtige Rolle spielt. Außerhalb des kontinentalen Teils Frankreichs befinden sich 4 überseeische Départements (Guadeloupe, Matiníque, Französisch Guyana im karibischen Raum und La Réunion vor Madagaskar im indischen Ozean), territoriale Ansprüche vor der Küste Nordamerikas und in der Antarktis, sowie Korsika im Mittelmeer als ein Département mit Sonderstatus.
In Frankreich gab es in der Vergangenheit große Herrscher und Politiker und im Jahre 1789 bei der Französischen Revolution zeigte sich die Macht eines Volkes in bis dato ungeahnter Dimension. In der weiteren Geschichte galt Frankreich, zumindest im eigenen Land, als Vorreiter in Sachen Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.
Bereits in den 1930er-Jahren galt Frankreich neben den USA als zweitwichtigstes Einwandererland. Damals waren es noch europäische Immigranten (u.A. aus Italien, Polen, Belgien, Tschechoslowakei), heute ist das Bild der Bevölkerung eher durch Zuzug aus den Übersee-Gebieten und andererseits nach Ende der Herrschaftszeit in Nord- und Westafrika von Immigranten, von dem schwarzen Kontinent geprägt. Die heutige Nationalmannschaft Frankreichs spiegelt dies in noch höherem Maße wieder, als dies in der Bevölkerung der Fall ist.
Die Flagge Frankreichs ist wohl die berühmteste Trikolore der Welt. Bereits 1830 in seinem bis heute berühmten Gemälde “Die Freiheit führt das Volk” zeigte Eugène Delacroix die unzerrütterliche Verbindung zwischen Stärke, Stolz und der “Drapeau Bleu-Blanc-Rouge”. Die Farbe Weiß war die vorrevoltiunäre Flagge des Königs. Ihre Anordnung in der Mitte zwischen Blau und Rot symbolisiert die beschränkte Macht des Königs durch das Volk, welches durch die Stadtfarben von Paris dargestellt wird. Die Flagge ist auch der Namensgeber für die meisten Nationalteams des Landes, so auch der Fußballnationalmannschaft, der “Équipe Tricolore “.
In Frankreich steht die Beliebtheit des Rugby-Sports dem Fußball in nicht allzu viel nach. Nichtsdestotrotz gelang es den Franzosen in den letzten 3 Jahrzehnten legendäre Mannschaften bei großen Turnieren zu stellen. 1984 war es neben Alain Giresse, Marius Trésor und Manuel Amoros besonders der damals mit Diego Maradona zusammen wohl beste Spieler der Welt, Michel Platini.
1998, ebenfalls ein Heimspiel bei der WM, gaben z.B. Thierry Henry, David Trezeguet, Laurent Blanc und Fabien Barthez den Ton an. Kaum verändert gewann man 2000 bei der EM den 2. internationalen Titel hintereinander. Aber Konstanz war im französischen Fußball häufig ein Problem und so blamierte man sich 2002 bei dem torlosen Ausscheiden in der Vorrunde. Die Qualifikation zur WM 2010 gelang erst nach einer wahren Zitterparty in den Playoffs gegen Irland. Der Schiedsrichter übersah in der Verlägerung vor dem entscheidenden 1:1 von Thierry Henry ein klares, vorteilverschaffendes, absichtliches Handspiel.
Prognose: Man steht in Gruppe A dem Gastgeber, Mexiko und Uruguay gegenüber. Frankreich ist trotz der holprigen Qualifikation Favorit in der Gruppe und alles andere als zumindest 7 Punkte wäre eine Enttäuschung. Erfahrung und individuelle Klasse ist vorhanden. Nur ob genügend Zusammenhalt und Siegesgeilheit in der Mannschaft erwachsen können um etwas Größeres in Südafrika zu erreichen, bleibt abzuwarten. Ich habe meine Zweifel daran.
Mexiko – Der Dauerbrenner
Die Estados Unidas Mexicanos, wie Mexiko auf spanisch rangiert mit ca. 109 Mio. Einwohnern auf Rang 11 weltweit. Von der Größe des zu 88% zu Nordamerika gehörenden Staates her, wird die Größe Deutschlands 6 mal übertroffen. 1821 sagte sich das Volk der Mestizen und indigenen Völker endgültig von Spanien los. Heute leben in der Hauptstadt Mexiko City incl. Einzugsgebiet etwa 20 Mio. Menschen. Und das auf durchschnittlich 2300 m über NN.
In den letzten Jahrzehnten wanderten Millionen Mexikaner gen Norden in die USA. Weitenteils illegal. Deswegen und aufgrund des regen Rauschgiftschmuggels gilt die mexikanisch-amerikanische Grenze als eine der bestbewachtesten zwischen nicht diktatorischen Staaten der Erde. Obwohl die mexikanische Wirtschaft die zehntstärkste der Welt ist, ist das Wohlfahrtsgefälle Richtung Norden weiterhin groß. Sportlich gesehen sind die USA der größte Rivale, in den letzten Jahrzehnten besonders im Fußball. In der CONCACAF-Qualifikation qualifizierte man sich direkt, jedoch hinter den US-Boys.
Die Flagge Mexikos ist eine vertikale Trikolore in grün, weiß und rot, die in der Mitte das mexikanische Wappen trägt. Der Legende nach gab ein aztekischer Gott seinem normannischen Volke die Aufgabe, sich dort niederzulassen, wo sich folgendes Szenario abspielt:
Ein Adler verschlingt sitzend auf einem Kaktus eine Schlange. Der Kaktus erwächst aus einem Felsen auf einer Insel inmitten eines Sees. Nach etwa 200-jährigem Herumwandern mit geöffneten Augen geschah das vorhergesagte endlich an der Stelle, wo heute Mexiko City erwächst. Die Farben der Flagge stammen von der Unabhängigkeit von Spanien (grün), der heiligen römisch-katholischen Kirche (weiß) und der Vereinigung der Europäer mit den Amerikanern.
Fußball hat in Mexiko eine große Bedeutung. Die 1943 gegründete Priméra Division ist in Lateinamerika eine der besten Adressen, die auch in Europa begehrten Spielern eine gute Option im Hinblick auf finanzielle und sportliche Ansprüche gibt. So spielen auch heute noch weit über die Hälfte der zum Kader der „El Trí“, wie die Nationalelf genannt wird, gehörenden Spieler der 1. mexikanischen Klasse an.
Das Land war bereits 2 Mal Gastgeber einer Fußball-WM. Im Jahre 1970 bezwang Brasilien mit dem legendären Pelé Italien vor 107.000 Zuschauern im Estádio Aztéca zu Mexiko City Italien mit 4:1. 1986 rückte man recht kurzfristig für die finanziell und organisatorisch schwächelnden Kolumbianer nach.
Selbst blieben die großen Erfolge für El Trí aus, doch kann man mit Stolz behaupten, dass lediglich Deutschland, Italien und Brasilien auf mehr Teilnahmen bei Endturnieren zurückblicken können. In der Ewigen Tabelle belegt Mexiko allerdings nur Rang 15.
Legendäre Spieler, wie Real-Madrid-Torjäger Hugo Sánchez oder Jorge Campos, der freistoßschießende, schillernde Torwart, gaben El Trí ein Gesicht.
Heute gehören Guillermo Franco von West Ham, Rafael Marquéz vom FC Barcelona, Cuauhtémoc Blanco von Chicago Fire oder Carlos Salcído vom PSV Eindhoven zu den bekanntesten Spielern des Teams von Javier Aguirre. Der Trainer machte sich in der Vergangenheit auch in Europa, als Coach von CA Osasuna und Atlético Madrid, einen Namen.
Prognose: El Trí ist ein Kandidat für das Achtelfinale. Wichtig dafür ist das Zusammengehörigkeitsgefühl der Spieler, denn die Mannschaft funktioniert nur im Kollektiv. Die Offensivkräfte Blanco, Franco und Palencia sind in die Jahre gekommen und es bleibt offen, ob sie oder nachstrebende Kräfte wie Pablo Barrera oder Carlos Vela auf internationalem Topniveau für die notwendigen Tore sorgen können.
Uruguay – Team mit viel Tradition
Die Replublica Oriental del Uruguay, wie man im zweitkleinsten Staat Südamerikas auf Landessprache, dem Río-de-la-Plata-Spanisch, sagt, hat etwa 3,4 Mio. Einwohner. Sein Name stammt von einem der großen Flüsse des wasserreichen Landes, dem Río Uruguay. Das bedeutet so viel wie „Fluss des bunten Vogels“.
Die Bevölkerung, die zu 90% in Städten wohnt, stammt hauptsächlich von spanischen und italienischen Einwanderern ab. Uruguay war schon früh ein Sozialstaat europäischer Prägung, aber seit dem Ende der 60er Jahren des letzten Jahrhunderts geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Die Republik hat mit Arbeitslosigkeit und Abwanderung in Richtung Brasilien und Argentinien zu kämpfen.
Die Flagge Uruguays ist durch die blaue und weiße Grundfarbe, die aus einer ehemaligen Provinz am Río de la Plata stammt, und der Mai-Sonne als lebenswichtiges Element für die Indios, geprägt. Mit 9 horizontalen Streifen entspricht die Flagge der Anzahl der ursprünglichen Provinzen des Landes, das 1828 seine Unabhängigkeit feierte. Im Gegensatz zum großen Bruder Argentinien im Süden, begnügt man sich nördlich des Río de la Plata mit der Hälfte der Sonnenstrahlen, nämlich 16.
Der Fußball ist, wie in fast allen südamerikanischen Ländern, die absolute Nummer 1. Als Gastgeber der 1. Fußballweltmeisterschaft im Jahre 1930 konnte man sich stolzer 1. Weltmeister der Geschichte nennen und konnte überraschend auch 1950 in Brasilien den Titel erringen. Danach überholten die großen Fußballnationen Uruguay endgültig. Dennoch reicht es in der ewigen Tabelle der Weltmeisterschaften noch zu Platz 11.
In der Eleminatoria Sudamericana belegte man in diesem Jahr Platz 5 und musste in den Relegationsspiele Costa Ríca nieder ringen. Spieler wie Diego Forlán (Atlético Madrid), Luis Suárez (Ajax Amsterdam), Maxi Pereira (Benfica Lissabon), Diego Lugano (Fenerbahce Istanbul) oder Martin Cacéres (Juventus Turin) geben schon seit Jahren in der Champions League erfolgreich ihre Visitenkarte ab. Lediglich in Deutschland will so recht keinem der Spieler der Albiceleste, wie die Nationalmannschaft auch genannt wird, der große Durchbruch gelingen.
Prognose: Die Urus stehen der Qualität der Mexikaner in Nichts nach und das direkte Duell dürfte über die Qualifikation zum Achtelfinale entscheiden. Trainer Oscar Washington Tabarez ist ein erfahrener, der schon in Italien, Spanien und Argentinien bewiesen hat, dass er ein Meister seines Faches ist. Das Volk erwartet von ihm das Erreichen der nächsten Runde, wobei man sagen muss, dass die Albiceleste aus Uruguay nicht zwingend zu den stärksten 16 Mannschaften der Welt zählt.
Südafrika – Der Gastgeber
Die Republiek van Suid-Afrika, wie Südafrika in der Landessprache Afrikaans heißt, ist ca. 3,5 mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Den kolonialen Einfluss aus den Niederlanden (vor allem durch die Buren) und von den britischen Inseln erkennt man noch in weiten Teilen des normalen Lebens, wie z.B. in den Amtssprachen Englisch und Afrikaans, den meisten Städtenamen und der durch und durch christlichen Religion des Volkes.
Die weißen Kolonialisten von einst trugen ihre Rassendiskriminierung bis ins Jahre 1994 durch das System der Verachtung Nichtweißhäutiger, die Apartheid, bis zum endgültigen Ende im Jahre 1994. Dies brachte Südafrika nicht nur politisches, sondern auch sportliches Abseits. Seit den 70er Jahren war es jedem Sportler untersagt an einem Sportevent in Südafrika teilzunehmen. Wer dagegen verstieß, wurde vom Internationalen Olympischen Kommitee suspendiert.
Ein sorgenfreies Leben beschert das Ende des rassistischen Systems dennoch nicht allen. Die Kriminalität, besonders in den Armenvierteln der Großstädte, in den Townships, bekommt die Regierung in Pretoria (Sitz der Exekutive) bzw. Kapstadt (Sitz der Legislative) nur schwerlich in den Griff. Ein Grund dafür liegt auch darin, geeignete und vor allem gesunde Männer für die Sicherheitskräfte zu rekrutieren. Die Auswirkungen sind ungeahnt drastisch: Mehr als jeder Fünfte im sexuell aktiven Alter ist HIV-positiv. Die Lebenserwartung in Südafrika ist von ca. 65 Jahren im Jahr 1990 auf etwa 43 in 2005 gesunken. Gründe hierfür sind schlechte Aufklärung, das niedrige Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr und die hohe Quote der Frauen, die gegen ihren Willen zum Sex gezwungen werden. So muss das Gastgeberland Polizeikräfte aus Nachbarstaaten rekrutieren um die Aufgaben der WM 2010 zu bewältigen. Im Nachbarland Swasiland braucht man erst gar nicht nachzufragen. Dort liegt die Quote der Infizierten bei ca. 40%. Unvorstellbar!
Die Flagge der Republik Südafrikas hat sich in den vergangenen 130 Jahren mehrfach verändert. Sie war jedoch stets geprägt durch Farben und Symbole der niederländischen oder britischen Kolonialisten. Nach Ende der Apartheid einigte man sich dann im Jahre 1994 auf eine farbenfrohe Flagge, die mittlerweile bei allen Menschen, ungeachtet der Hautfarbe geachtet wird. Ein liegendes grünes “V” geht in einen Strich über, was den Weg zur nationalen Einheit symbolisieren soll. Das Grün steht für die Landwirtschaft, das Rot im oberen Teil symbolisiert das vergossene Blut der Befreiungskämpfe, das Blau im unteren Teil die Ozeane und das links gelegene Schwarz die schwarze Bevölkerung. Die weiße Bevölkerung spiegelt sich in der weißen Umrandung des “Vs” wieder und die gemischte Bevölkerung im Gold.
Sportlich gesehen war Südafrika, wie bereits erwähnt, lange Zeit isoliert und litt auch intern an den Auswirkungen der Apartheid. Mit dessen Ende wurden Sportveranstaltungen wieder international. Am 7.7.1992 in Durban kehrte Südafrikas Fußball-Nationalteam mit einem 1:0-Sieg gegen Kamerun auf die internationale Bühne zurück. Die Bafana Bafana-Boys, wie die Fußballnationalmannschaft genannt wird, konnte bereits im Jahre 1996 mit dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft einen großen Erfolg erzielen.
Man qualifizierte sich zwar für die WM 1998 und 2002, aber 6 erreichte Punkte reichen nur für Platz 50 in der ewigen Tabelle der Weltmeisterschaften. Als Gastgeber war man direkt für die Endrunde qualifiziert. Gegen Frankreich ist man im Gruppenspiel der klare Underdog. Abzuwarten bleibt der mögliche Push durch das Gefühl des Stolzes im Heimatland eine WM austragen zu dürfen. Beim Confed Cup 2009 lieferte man sich im Kampf um den 3. Platz gegen Spanien ein packendes Duell und unterlag nur unglücklich 2:3. Zieht eine WM-Begeisterung afrikanischer Ausmaße ein, ist Vieles möglich. Ein Sieg gegen Uruguay und auch im Auftaktspiel gegen Mexiko erwarten die Südafrikaner von ihren Jungs. Scheitert man gegen die generell höher einzustufenden Mexikaner, kann das emotionale Momentum auch nach hinten los gehen.
Prognose: Es geht nach hinten los und man wird sich eine Niederlage gegen Mexiko einfangen. Der Druck im folgenden Spiel wäre dann schon enorm. Es riecht nach dem Ausscheiden in der Vorrunde.
WM 2010
Die Gruppenauslosung zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika ist gelaufen. Um etwas mehr über die Teilnehmerländer zu lernen, stelle ich in einer etwas ungewöhnlichen Art und Weise nacheinander alle 32 Nationen dar. Neben einem Blick auf die fußballerische Vergangenheit und Chancen, werfe ich einen Blick auf die Nation. Bevölkerung, Probleme und natürlich Flaggen, die die Städte auf der ganzen Welt zur WM bunt erscheinen lassen werden.
Zwischenbilanz der Bezirksliga 14
Die stärkste Bezirksliga 14 seit ewigen Zeiten, wie sie von vielen “Experten” bezeichnet wurde, geht in die Winterpause. 16 Spieltage sind gespielt und die Tabelle stellt nur weinige Verein zufrieden. Dies liegt vorallem daran, dass die Teams von den Namen her gut aufgerüstet haben. Nehmen wir Guido Silberbach, der vom TuS Heven nicht mehr gewollt war und zum VfB Westhofen wechselte. Der 42-Jährige erzielte in der Saison 92/93 für die SG Wattenscheid 09 ein Tor in der 1. Bundesliga beim Sieg gegen den 1.FC Nürnberg. Nun kickt er u.A. auf den Ascheplätzen von Hedefspor Hattingen, den SF Geweke und dem SV Geisecke.
Man kann festhalten, dass die Liga relativ ausgeglichen ist. Vor der Saison am häufigsten als Aufstiegskandidat genannt wurden neben dem starken Landesligaabsteiger TuS Heven, der VfB Westhofen, der VfB Schwelm und Türk Gücü Ennepetal. Die Schwelmer begannen die Saison stark, aber ihnen ging im November langsam die Luft aus. Zur negativen Krönung setze es am letzten Spieltag vor der Winterpause ein 0:5 beim TuS Heven. Statt möglichen 2 Punkten Rückstand sind es nun 8 auf den TuS Heven. Da kann man mal wieder sehen, dass es ja wohl doch Sechspunktespiele gibt.
Der VfB Westhofen ist eine große Enttäuschung. Kontinuität bekamen die Jungs von Michael Kalwa zu keinem Zeitpunkt der Saison in ihr Spiel und in ihre Ergebnisse. Gegen Ende der Runde war der große Kader durch Verletzungen zwar arg gebeutelt, aber eine Ausrede für jämmerliche 4 Saisonsiege nach 16 Spielen kann das nicht sein. Der Platz 9 ist die Realität. 3 Punkte Polster auf Rang 14, der von der SG Welper mit 16 Punkten belegt wird. Nach oben ist der Zug schon lange abgefahren, zumal der TuS Heven bereits doppelt so viele Punkte holte, wie die Mannschaft von der Wasserstraße.
Eine weitere Enttäuschung ist der hoch gehandelte Aufsteiger Türk Gücü Ennepetal. Die Mannschaft, die ihre Heimspiele auf dem Kunstrasen in Büttenberg austrägt ist gespickt mit Spielern, die bereits höherklassig Erfahrungen sammelten. So kann Spielertrainer Imre Renji (selbst zuletzt beim SSV Hagen in der Landesliga Spielertrainer) auf Leute wie die Ex-Hasper Abdul Caliskan und Nico Atangana bauen. In Ennepetal hat sich das der sportliche Leiter, Werner Benkert, der sonntags auch Traineraufgaben übernimmt, auch anders vorgestellt, als im Winter 4 Punkte vor einem Abstiegsplatz zu stehen.
Positives Resumée ziehen können vorallem der TuS Wengern und der SC Obersprockhövel. Ärgerlich für den SCO, dass am letzten Spieltag ausgerechnet Ex-Trainer Karl-Walter Möller mit seinem FSV Gevelsberg mit einen 3:1 (2 Tore durch Marco Reglinski, sowie Asad Dautovic) 3 fest eingeplante Punkte vom “Schlagbaum” mitnehmen konnten. So steht man 7 Punkte hinter dem TuS Heven, aber der Aufstieg ist für den SCO beileibe keine Pflicht.
Die blutjunge Truppe vom TuS Wengern kann sehr zufrieden mit den nur 3 Punkten Rückstand auf die Spitze sein. In den ersten 4 Spielen holte man sich 3 Niederlagen ab, danach wurde aber der große TuS Heven geschlagen und seit dem geht der Weg des Teams vom Brasberg, das von Martin Freitas trainiert wird, nach oben.
Recht zufrieden gibt sich auch der Trainer der Sportfreunde Geweke mit den ersten 16 Spielen. Zumindest in Hagen als Absteiger Nr. 1 gehandelt, schafften die Hasper es in dieser ausgeglichenen Liga stolze 19 Punkte zu holen. Mit Vorliebe auf der heimischen Asche (12 Punkte). Peter Loche bezeichnet sein Team gerne als “das höchstspielende Thekenteam Hagens”. Respekt für das bisherige Abschneiden. Aber es wird noch ganz schwer für die Grün-Weißen.
Überhaupt nicht aus den sog. “Puschen” kommt der FSV Witten. Lediglich 4 Remis sprangen für den FSV heraus. Darunter auch das kurioseste der Saison, bei dem der ETuS/DJK Schwerte bereits 4:0 führte und sich in der 2. Hälfte 4 Dinger vom Schlusslicht einfing. 4:4!
Kurios im Übrigen, dass der FSV Witten, der genau wie der VfB Annen die Sportanlage an der Westfalenstraße im Wittener Stadtteil Annen nutzt, nicht in einer Bezirksligastaffel spielt. Der VfB ist in der Gruppe 15 eingruppiert und der FSV in der 14. Beide sind aber auf bestem Wege in der kommenden Saison wieder in einer Gruppe zu spielen. In der Kreisliga A Bochum allerdings…
Meine Prognosen: Der TuS Heven wird aufsteigen. Den Gegnern fehlt es an Kontinuität und der TuS hat viel Potenzial.
Absteigen werden neben dem FSV Witten die SF Geweke, die in 2009 an der oberen Grenze ihres Leistungsvermögens gespielt haben und dennoch nicht genügend Abstand zu den Abstiegsplätzen haben. Und dann wird es richtig eng. Der SC Hennen ist ein Kandidat, der sich allerdings prächtig wehrt und mit Aykan Kutlu noch in der Saison einen ehemaligen Oberliga-Abwehrchef dazu bekommen haben. Der TuS Hattingen und die SG Welper sind für mich eher noch heißere Kandidaten. Der SV Geisecke hat das Problem des Abganges von Daniel Benda zum VfL Schwerte und den Nachteil des Ascheplatzes. Schlägt Väterchen Frost wieder erbarmungslos zu und schränkt die Wintervorbereitung stark ein, wird es eng. Beim FSV Gevelsberg kann es auch bis zum Schluss um den Klassenerhalt gehen. Lassen wir uns also überraschen.