Archiv für Februar 2010
Argentinien – Der größte Superstar ist der Trainer
Die etwa 40 Mio Gauchos, wie die Argentinier genannt werden, bewohnen im Süden Südamerikas den achtgrößten Staat der Erde. Im Jahre 1816 sagte man sich erfolgreich vom spanischen Kolonialreich los.
Die República Argentina ist ein überwiegend römisch-katholisch geprägter Staat, was besonders auf die Einwanderströme zurückzuführen ist. Etwa 2 Drittel der heutigen Bevölkerung stammen aus Spanien und Italien. Aber auch deutsche, britische, polnische und viele weitere europäische Einflüsse sind vorhanden.
Wohl auch daher begründet sich eine gewisse Tradition und eine erfolgreiche Vergangenheit im Fußball. In der Ewigen Tabelle der Fußballweltmeisterschaften rangiert die Albiceleste (die Himmelblau-Weißen) auf Rang 4. Bereits bei der 1. WM 1930 erreichte man das Endspiel, führte zur Halbzeit bereits 2:1, musste sich jedoch noch in Montevideo vor 93.000 Zuschauern Gastgeber Uruguay die Ehre des ersten Titelträgers überlassen. 1978 im eigenen Land und 1986 in Mexiko setzte sich die Mannschaft aber die Krone auf.
Legendäre Spieler wie Daniel Passarella und Mario Kempes, sowie später Diego Maradona, Jorge Burruchaga oder Jorge Valdano erreichten Weltniveau.
Die Flagge Argentiniens besteht aus drei horizontalen Streifen in hellblau, weiß, hellblau. In früheren Zeiten war es nur in Kriegszeiten erlaubt, die Fahne samt der 32-strahligen Inkasonne zu hissen. In Friedenszeiten durfte sie nur ohne diese gezeigt werden. Das Gesicht ist dem eines Schöpfers der Inka-Mythologie nachempfunden. Bei einer Schlacht soll dieses Sonnenbild dem erfolgreichen militärischen Führer erschienen sein. Wie ihm aufgefallen sein soll, dass die Sonne abwechselnd gerade und flammende 32 Strahlen besaß, ist mir allerdings schleierhaft. Vielleicht ist ja die Erfindung von hochwertigen Sonnenbrillen vorausgegangen….
Prognose: Klar, Argentinien ist der Favorit auf das Weiterkommen und auch ein Kandidat zumindest für das Viertelfinale. Das größte Problem sehe ich in der Amtsführung des Nationaltrainers, Diego Armando Maradona. Seit Ende 2008 führt der äußerst exzentrische Nationalheld die Geschicke des Nationalteams und hat seit dem 116 verschiedene Spieler zum Einsatz gebracht. Von Kontinuität und nachvollziehbaren Nominierung konnte bisher nicht die Rede sein. Ob Maradona der Richtige ist um der Mannschaft die nötige Disziplin in einem großen Turnier beizubringen, bezweifle ich. Kommen die Gauchos allerdings ins Laufen, werden sie von ihrem riesigen Potenzial profitieren und alles kann drin sein.
Südkorea – Die fleißige Großmacht
Im Fußball ist Südkorea auf seinem Kontinent seit Jahrzehnten eine Großmacht. Seit 1986 hat man sich stets für die WM qualifiziert und konnte 2002 im Heimspiel unter Trainerfuchs Guus Hiddink einen starken 4. Platz erringen.
Disziplin, Fleiß und absolute Hingabe prägen nicht nur den gemeinen koreanischen Arbeiter, sondern auch den Top-Fußballer. Yi-Sung Park von Manchester United ist wohl der erfolgreichste Spieler dieser Tage. Aber auch Dong-Jin Kim (Zenit St. Petersburg) oder Chung-Yong Lee (Bolton Wanderers) sammeln kräftig internationale Erfahrung. Diese und die Kaltschnäuzigkeit großer Mannschaften lassen die Koreaner jedoch häufig vermissen, wenn es gegen die großen Fußballnationen geht.
Großer Favorit ist Daehan-Minguk allerdings darin, das Team mit den wenigsten unterschiedlichen Nachnamen der WM zu stellen. Fast 50% aller Südkoreaner hört auf die Nachnamen Lee, Kim oder Park. Insgesamt kommen lediglich etwa 250 verschiedene Familiennamen vor, wobei z.B. in Deutschland ca. 20.000 existieren. Härtester Konkurrent in diesem Kampf ist übrigens, wen wundert’s, Nordkorea.
Die Flagge Südkoreas wird T’aeguk genannt und basiert auf einem weißen Untergrund, der die Reinheit der Gedanken symbolisiert und einem Ying-Yang-Zeichen. Der obere Teil ist rot, der untere blau. Damit sollen die Gegensätze des Universums dargestellt werden.
Jeweils in 45°-Ausrichtung zur Mittelachse sind vier Trigramme platziert, die Himmel, Wasser, Feuer und Erde symbolisieren. Im Ostasiatischen Raum üblich, bieten die Zeichen noch eine Fülle von verschiedenen Spielräumen zur Interpretation. Gesetzlich verankert ist in Südkorea ist die Verwendung der Nationalflagge z.B. auf Servietten oder Sitzkissen. Ein Zeichen der Ehrerbietung an ihre Flagge.
Prognose:
Schwer einzuschätzen sind die Chancen von Daehan-Minguk in der Gruppe B. Fest steht für mich: Verliert man das Auftaktspiel gegen Griechenland ist der Zug abgefahren. Denn die wirklich Großen folgen noch. Nigeria auf dem schwarzen Kontinent könnte ein ähnlich harter Brocken werden, wie die Südamerika-Größe Argentinien. Alle Gruppengegner verfügen über Kaderspieler, die fast alle riesige Europa-Erfahrung haben und im Gegensatz zu den Koreanern durchweg in starken Ligen spielen. Hier sehe ich den Nachteil des Teams.