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Frankreich – Die Grande Nation

Das westeuropäische Land, dessen Grundfläche seines europäischen Mutterlandes einem Hexagon nahe kommt, bezeichnet sich gerne als die “Grande Nation”. “La France” blickt auf eine lange und bewegte Geschichte, in der der Kolonialismus eine wichtige Rolle spielt. Außerhalb des kontinentalen Teils Frankreichs befinden sich 4 überseeische Départements (Guadeloupe, Matiníque, Französisch Guyana im karibischen Raum und La Réunion vor Madagaskar im indischen Ozean), territoriale Ansprüche vor der Küste Nordamerikas und in der Antarktis, sowie Korsika im Mittelmeer als ein Département mit Sonderstatus.

In Frankreich gab es in der Vergangenheit große Herrscher und Politiker und im Jahre 1789 bei der Französischen Revolution zeigte sich die Macht eines Volkes in bis dato ungeahnter Dimension. In der weiteren Geschichte galt Frankreich, zumindest im eigenen Land, als Vorreiter in Sachen Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

Bereits in den 1930er-Jahren galt Frankreich neben den USA als zweitwichtigstes Einwandererland. Damals waren es noch europäische Immigranten (u.A. aus Italien, Polen, Belgien, Tschechoslowakei), heute ist das Bild der Bevölkerung eher durch Zuzug aus den Übersee-Gebieten und andererseits nach Ende der Herrschaftszeit in Nord- und Westafrika von Immigranten, von dem schwarzen Kontinent geprägt. Die heutige Nationalmannschaft Frankreichs spiegelt dies in noch höherem Maße wieder, als dies in der Bevölkerung der Fall ist.

Die Flagge Frankreichs ist wohl die berühmteste Trikolore der Welt. Bereits 1830 in seinem bis heute berühmten Gemälde “Die Freiheit führt das Volk” zeigte Eugène Delacroix die unzerrütterliche Verbindung zwischen Stärke, Stolz und der “Drapeau Bleu-Blanc-Rouge”. Die Farbe Weiß war die vorrevoltiunäre Flagge des Königs. Ihre Anordnung in der Mitte zwischen Blau und Rot symbolisiert die beschränkte Macht des Königs durch das Volk, welches durch die Stadtfarben von Paris dargestellt wird. Die Flagge ist auch der Namensgeber für die meisten Nationalteams des Landes, so auch der Fußballnationalmannschaft, der “Équipe Tricolore “.

In Frankreich steht die Beliebtheit des Rugby-Sports dem Fußball in nicht allzu viel nach. Nichtsdestotrotz gelang es den Franzosen in den letzten 3 Jahrzehnten legendäre Mannschaften bei großen Turnieren zu stellen. 1984 war es neben Alain Giresse, Marius Trésor und Manuel Amoros besonders der damals mit Diego Maradona zusammen wohl beste Spieler der Welt, Michel Platini.

1998, ebenfalls ein Heimspiel bei der WM, gaben z.B. Thierry Henry, David Trezeguet, Laurent Blanc und Fabien Barthez den Ton an. Kaum verändert gewann man 2000 bei der EM den 2. internationalen Titel hintereinander. Aber Konstanz war im französischen Fußball häufig ein Problem und so blamierte man sich 2002 bei dem torlosen Ausscheiden in der Vorrunde. Die Qualifikation zur WM 2010 gelang erst nach einer wahren Zitterparty in den Playoffs gegen Irland. Der Schiedsrichter übersah in der Verlägerung vor dem entscheidenden 1:1 von Thierry Henry ein klares, vorteilverschaffendes, absichtliches Handspiel.

Prognose: Man steht in Gruppe A dem Gastgeber, Mexiko und Uruguay gegenüber. Frankreich ist trotz der holprigen Qualifikation Favorit in der Gruppe und alles andere als zumindest 7 Punkte wäre eine Enttäuschung. Erfahrung und individuelle Klasse ist vorhanden. Nur ob genügend Zusammenhalt und Siegesgeilheit in der Mannschaft erwachsen können um etwas Größeres in Südafrika zu erreichen, bleibt abzuwarten. Ich habe meine Zweifel daran.

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