Archiv für die Kategorie „2. Bundesliga“
Favoritensiege am Samstag
Fortuna Düsseldorf siegte souverän bei Kellerkind RW Ahlen mit 4:1 (2:1). Das fußballerische Potential der Ahlener muss einem wirklich Sorgen bereiten. Die Fortuna hatte zwar einen guten Tag, ist aber bestimmt kein Überflieger der 2. Bundesliga. Jetzt 2 erzielte Tore und nur 1 Punkt nach 6 Spielen. Und die Aussicht auf Besserung kann ich nach dem heutigen Spiel einfach nicht sehen. Man kämpft, kann aber nicht mithalten. Glück hat man auch nicht, dass z.B. der Linienrichter das knappe Abseits vor dem 0:2 durch Ranisav Jovanovic sieht. Sogar von geballtem Unvermögen muss man vor dem 1:3 sprechen, als insgesamt 5 Ahlener sich nicht gegen 2 Fortunen behaupten konnten.
Trotz der deftigen 4:0 (1:0)-Niederlage bei der SpVg. Greuther Fürth sehe ich die Lage beim SC RW Oberhausen bei Weitem nicht so negativ. Noch nach der Pause bemühte man sich noch engagiert um den Ausgleich, aber nach dem 2:0 durch den Ex-Rot-Weißen Christopher Nöthe brachen die Dämme. Nächsten Freitag geht es für die Rot-Weißen im Niederrhein-Derby gegen die Zebras vom MSV Duisburg um weitere 3 Punkte und sehr viel Prestige. Gut, zwischendurch muss man eben noch beim FC Bayern München im DFB-Pokal antreten. Oberhausen sieht sich gerne in der Außenseiterrolle. Diese haben sie bei den nächsten beiden Auftritten inne und mal sehen, ob sie mal wieder für Aufsehen sorgen können. Mein Tipp: Freitag gegen den strauchelnden MSV Duisburg gibt es einen Dreier für die Jungs um Kultkicker Mike Terranova.
2. Bundesliga am Freitag
Die Spiele vom Freitag hatten mal wieder Überraschungen parat. Dass der MSV Duisburg vor eigenem Publikum so gegen den DSC Arminia Bielefeld eingeht, hätte wohl kaum einer außerhalb Ostwestfalens gedacht. Aber verdient war es alle Male. Erstaunlich für mich, dass der gebürtige Hagener Giovanni Federico egal wo er spielt, in der Bundesliga abkrampft und in der 2. Liga regelmäßig zum Torjäger avanciert. 6 Tore schon in 6 Spielen in der 2. Bundesliga und klasse Noten im kicker (2,60 im Schnitt). Ich kann es mir nur mit dem etwas niedrigerem Tempo im Unterhaus erklären, aber die Unterschiede in seinen Leistungen sind doch krass.
Der SC Paderborn 07 schlägt ein indisponiertes Energie Cottbus mit 5:1 nach 1:0 Rückstand. Alles klasse, was die Westfalen gerade offensiv veranstaltet haben. Aber die Cottbuser Leistung war teilweise desaströs. Emil Julas Ausführung des Elfmeters war ein Witz, genau wie die gesamte Defensivleistung, besonders vor dem 4:1 durch Markus Krösche. Ich halte Claus-Dieter Wollitz für einen der besten Trainer überhaupt für die 2. Liga. Er paart unglaubliche Emotion mit taktischem Gespür und hat Dank der Spätverpflichtungen von Sascha Dum und Marc-André Kruska einen Kader, der einfach um den Aufstieg mitspielen muss. Dennoch enttäuscht man binnen 5 Tagen (am Montag setzte es eine 4:2 Heim-Niederlage gegen den Karlsruher SC).
Ein kleiner Erklärungsansatz ist wohl auch, dass Gerhard Tremmel im Tor noch nicht seine gewohnte Souveränität an denTag legt. Gestern war er weiß Gott nicht der Hauptgrund für die Niederlage, aber man sollte vielleicht überdenken, ob man nicht zu Beginn der Vorbereitung klare Verhältnisse in der Torwartfrage schaffen sollte.
Gerhard Tremmel, wie auch Markus Miller vom Karlsruher SC wollten beide zunächst ihren Verein verlassen. Als die möglichen Wechsel nicht zustande kamen wich man in beiden Vereinen von der klaren Sprachregelung ab, dass die bisherigen Stammtorhüter Jean-Francois Konetzky und Lars Hirschfeld, das volle Vertrauen genießen. Gerade Markus Miller packte schon am Montag mächtig daneben, als er sich von Jiayi Shao eine Ecke direkt reinhauen ließ und auch gestern sah er gegen Ende auch mal wieder älter aus, als er eigentlich ist. Ich weiß nicht, ob das erstens für eine konstante Leistung und zweitens für Ruhe in der Mannschaft so gut ist. Ein Lars Hirschfeld, seines Zeichens kanadischer Nationaltorhüter, fühlt sich bestimmt verhohnepiepelt. Sei es wie es sei. Der KSC jedenfalls erfährt nach dem Trainerwechsel von Edmund Becker zu Markus Schupp einen richtigen Höhenflug.
Der 1. FC Union Berlin thront erst einmal bis zum sonntäglichen Auftritt des FC St. Pauli gegen den 1. FC Kaiserslautern auf Platz 1, obwohl man gestern in Koblenz nicht wirklich überzeugen konnte. Ich prophezeie den “Eisernen” noch einen sanften Sinkflug ins gesicherte Mittelfeld. Uwe Neuhaus wird es mir nachsehen und wohl auch selbst so sehen, dass niemand einen Durchmarsch erwarten kann.
Fortuna Düsseldorf – TuS Koblenz 3:1 (1:1)
Zuschauer: 20.150
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
Assis: Petersen (Stuttgart), Münch (Rielasingen)
4. Schiri: Voss (Großhansdorf)
Startaufstellungen:
Fortuna: Ratajczak (22) – Weber (2), Anderson (20), Cakir (5), van den Bergh (21) – Costa (3), O. Fink (7), Lambertz (17), Caillas (30) – Bulykin (13), Jovanovic (9)
Trainer: Meier
TuS:Yelldell (1) – B. Lense (12), Mavric (4), D. Ndjeng (15) – Langen (13), M. Hartmann (6), Melinho (20), Skeraj (27), Geißler (8), Rahn (7) – S. Kuqi (32)
Trainer: Rapolder
Einwechslungen: 78. Hergesell (24) für Caillas, 84. Kadah (18) für Jovanovic, 90. Sieger (8) – 46. Stieber (11) für Rahn, 58. N. Kuqi (9) für Skeraj, 73. Chr. Müller (17) für Geißler.
Tor: 1:0 Jovanovic (38., Linksschuss, Vorarbeit Caillas)
Einzelkritik
Fortuna Düsseldorf
Ratajczak: Der Ersatz von Michael Melka war bei einem schlechten Rückpass von Anderson auf der Hut, ansonsten in der 1. Hälfte unbeschäftigt. Ein mäßiger Abstoß in der 2. Hälfte. Nicht weiter gefordert. Note: 3,5
Weber: Machte die rechte Seite zum Quell der Offensivbemühungen bereits zu Anfang. Rackerte unermütlich, hatte auch aus der Distanz Gefahr zu bringen. Ab der 60. Minuten auf dem abstiegenden Ast. Note: 3,0
Anderson: Der lange brasilianische Innenverteidiger spielte bis auf seinen schlampigen Rückpass in der 33. Minute souverän und hatte nicht viel zu tun. Zeigte seine elegante Spielweise. Note: 3,0
Cakir: Der Deutsch-Türke hatte zunächst ebenfalls keine ernsthaften Zweikämpfe zu bestreiten, wirkte jederzeit sicher und leitete auch wie in der 45. Minute durch einen klugen Pass gutes Flügelspiel ein. In der 2. Hälfte weiter stark in den Zweikämpfen und jederzeit sicher im Aufbauspiel. Note: 2,5
van den Bergh: Das “Ex-Fohlen” spielte einen defensiv souveränen Part, aber deutlich zurückhaltender als Weber auf der anderen Seite. In der 2. Halbzeit wusste er nichts mit sich bietenden Freiräumen anzufangen. Note: 4,0
Costa: Wenige Ballkontakte für den Abräumer. Er erledigte seine Defensivaufgaben ordentlich. Note: 4,0
O. Fink: Der offensive Mittelfeldspieler fand zunächst schwer ins. Ab der 25. Minute jedoch mit gute Pässen und Alleingängen. Note: 3,0
Lambertz: Kam nach leichtem Holpern gut in die Partie. Auch der Turban nach der Kopfverletzung hinderte ihn nicht daran, durch seine Laufstärke “lästig wie Kacke am Absatz” beim Gegner zu sein. In der 27. versäumte er es seine gute Leistung zu krönen. Note: 2,5
Caillas: Der 31-jährige Deutsch-Franzose war der beste Spieler auf dem Feld. Zweikampfstark, lauffreudig, mit guten Standards und einer Torvorlage erwischte er einen Sahnetag! Note: 1,5
Bulykin: Der bullige Russe wirkte teils etwas phlegmatisch. Dennoch zeigte er immer wieder, dass er in der Lage ist seinen Körper einzusetzen. Spielerisch ordentlich, könnte aber lauffreudiger sein. Note: 3,5
Jovanovic: Ein guter Auftritt des langen Serben. Stets in Bewegung, mit gutem Freistoß (25.) und dem goldenen Tor erzielte er das 1. Stürmertor der Fortuna in dieser Saison. Note: 2,5
TuS Koblenz
Yelldell: Brauchte mal wieder mehrfach jeden seiner 194 cm Körperlänge. Anfangs reichten diese aber noch nicht nach einer Ecke. Danach solide und schuldlos beim 1-0. Note: 3,5
B. Lense: Stolze 64 Erstligaspiele hat der Ex- Armine auf dem Buckel. In manchen Szenen sah man seine Cleverness. Hatte schwer zu kämpfen in der Düsseldorfer Druckphase ab der 30. Minute. Immer wieder bemüht sich in die Offensive einzuschalten. Note: 3,5
Mavric: Der slowenische Nationalmannschafts-Innenverteidiger definierte sich über Zweikämpfe und lange Bälle mit mäßigem Erfolg. Hatte allerhand zu tun mit den Angreifern. Besonders gegen Jovanovic sah man seine mangelnde Schnelligkeit, als er Gelb sah (66.). Note: 4,0
D. Ndjeng: Hatte mit seinen 1,82m und mäßigen Schnelligkeit gegen die hochgewachsenen Düsseldorfer Stürmer durch sein gutes Stellungsspiel noch einen passablen Stand in der 1. Hälfte. In der 2. Hälfte weiter gut beschäftigt. Hielt jedoch dagegen. Keine Offensivaktionen. Note: 4,0
Langen: Über seine linke Seite passierte offensiv wenig, defensiv war er kein Stabilitätsfaktor. Ein sehr unauffälliger Auftritt, der seine Mannschaft zu keiner Zeit weiter brachte. Note: 4,5
M. Hartmann: Der ehemalige Stuttgarter Kickers- Spieler hatte gleich zu Anfang zwei Fehlpässe auf Lager, fiel danach weder positiv noch negativ in der 1. Hälfte auf. In der 2. Hälfte kaum offensiv aktiv, defensiv etwas sicherer, aber auch seine Mitbeteiligung am Gegentor bringt ihm Note: 4,5
Melinho: Wenig brasilianisches Flair konnte der aus Tschechien ausgeliehene Sechser einbringen. Mäßiger Start, schwach nach der 30. Minute. In der 2. Hälfte mit dem ein oder anderen guten Pass. War bemüht S. Kuqi einzusetzen. Note: 4,0
Skeraj: Über seine rechte Seite versuchte er gerade anfangs noch Schwung rein zu bringen, dies gelang ihm in der Folge immer weniger. In den Defensivzweikämpfen etwas nachlässig. Nach einigen halbherzigen Bemühungen war für ihn in Minute 58. Feierabend. Note: 4,0
Geißler: Der Neuzugang aus Osnabrück lief viel, verzog die einzige Chance in der 1. Hälfte in der 11. Minute um einen Meter. Danach bemüht, aber wenig effektiv,auch bei seinem Schussversuch nicht (61.). Note: 4,0
Rahn: In seinem 2. Zweitligaspiel wollte ihm so recht nichts gelingen. Ein gebrauchter Tag, der zu seinem Glück in der Halbzeit endete. Note: 5,5
S. Kuqi: Diesmal von Beginn an ohne seinen Bruder Njazi begann der routinierte finnische Nationalspieler lauffreudig und für einen alleinigen Zentralstürmer nicht ungeschickt. Von seinen Außenstürmern kam quasi gar nichts. Hätte nach Melinho-Zuspiel in der 58. Minute mehr aus dem selten gegebenen Raum machen müssen. Note: 4,0
N. Kuqi: Kam in der 58. Minute für Skeraj, hatte eine Chance durch einen Rechtsschuss, verbrauchte danach scheinbar seine ganze Luft zum Meckern gegen den Schiedsrichter. Note: 4,5
Stieber: Der junge Ungar wusste überhaupt nicht zu zeigen, dass er in die Stammformation gehört. Lediglich eine Flanke zu einer Torchanche. Das war alles. Zeigte zu wenig Einsatz. Note: 5,0
Die restlichen Spieler bleiben wegen der geringen Einsatzzeit ohne Bewertung.
Fazit: Ein absolut verdienter Sieg der Gastgeber, der hätte schon frühzeitig eingefahren werden müssen. Der Gast präsentierte sich trotz der angeblich 3 Spitzen viel zu harmlos. S. Kuqi war auf verlorenem Fuß und der Druck der Koblenzer in den letzten 20 Minuten genügt einfach nicht, in der 2. Liga ein Spiel zu drehen.