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Archiv für die Kategorie „Nationalmannschaft“

Ohne Holland fahren wir zur WM

Von wegen! Diesen Song können wir dieses Mal nicht gröhlen.

Hier sind alle Spiele gespielt. Unser lieber Nachbar aus den Niederlanden hat alle Spiele gewonnen und kann sich schon lange auf Südafrika freuen. Die Norweger warten mit 10 Punkten auf Platz 2 ungeduldig, ob diese Punktanzahl überhaupt für die Playoffs reicht. Gesichert hat man sich diesen 2. Platz durch einen grandiosen 4:0- Heimsieg gegen die Schotten und dem damit besseren direkten Vergleich.

Irische Hoffnungen nur schwach

Eine kleine Hoffnung hat auch noch Irland auf die direkte Qualifikation. Voraussetzung Nr. 1: Ein Sieg am Samstag um 21 Uhr gegen die Azzuri aus Italien. Das dürfte schon schwer genug sein, gegen in die Jahre gekommenen Italiener. Aber die Qualität ist immer noch gut genug bei der Mannschaft von Marcello Lippi. Zumindest für einen Heimsieg am Mittwoch gegen Zypern. Damit wäre Voraussetzung Nr. 2: Italien siegt nicht gegen Zypern, nicht erfüllt und Irland müsste zumindest 3 Punkte in den letzten beiden Spielen holen um Bulgarien abzuhängen.

Rot-Weiß-Blau wird sich qualifizieren

Nur welche Nation mit diesen 3 Farben in ihren Nationalflaggen es sein wird, ist noch nicht klar. Hier mal eine kleine Empfehlung von mir. Flaggen kaufen ist nirgends so einfach und günstig wie bei Flaggenfritze. Schaut mal vorbei.

In Belgrad kann Serbien unerwarteterweise vorzeitig die direkte Qualifikation schaffen, wenn man Nachbar Rumänien schlägt. Ein großer Erfolg für eine Nation, die seit 1991 beginnend mit der Unabhängigkeit Sloweniens Stück für Stück 2 Drittel Ihres Territoriums und einen Krieg verloren hat.

Der Fußballgroßmacht Frankreich bliebe in diesem Falle nach einem sehr wahrscheinlichen Sieg gegen die Färöer-Inseln nur der Gang in die Playoffs. Dort könnte man Dank Platz 10 in der FIFA-Weltrangliste wenigstens im Topf der gesetzten Mannschaften Platz nehmen.

Tröten für Platz 2

Dass England schon lange qualifiziert ist, ist bekannt. Die Kroaten müssen am Samstag untätig zuschauen, wie sehr sich die Inselkicker in der Ukraine reinhauen. Wer die Engländer kennt, weiß aber um deren Stolz, wenn sie die 3 Löwen auf der Brust tragen.

 Wie in der Ukraine üblich, versucht das Publikum den Gegner durch penetrantes Tröten zur Verzweiflung zu bringen. Die Herren Voronin und Shevshenko im ukrainischen Angriff haben aber sicherlich auch mal auf ihren Pass geguckt und wissen, dass dies wohl die letzte Chance auf eine WM ist.

Bundesliga-Stars vor der ersten WM

Spanien ist mit 24 Punkten durch und um den 2. Platz kämpfen die Kicker aus Bosnien und Herzegowina und der Türkei. Dabei hat die Türkei auf dem Papier die etwas schwerere Aufgabe, da sie in Belgien antreten müssen. Bei den Feuerroten ist der Glanz der 80er aber auch schon lange verflogen. Die Belgier haben enttäuscht und versuchen jetzt noch den Türken, die auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung hoffen dürfen, ordentlich in die Suppe zu spucken.

Die Bosnier mit Misimovic, Dzeko, Salihovic und Co. Genießen nicht zu Unrecht in Deutschland und mittlerweile auch in ganz Europa den Respekt der Anderen. Sicher auch in Estland, wo man einfach gewinnen muss, wenn man in die Playoffs möchte.

Noch 5 Teams im Rennen

Kaum noch Hoffnungen dürften die Polen (11 Punkte) auch angesichts der Leistungen in den letzten Spielen haben, wenn sie nun in Tschechien (12) antreten. Helfen könnte ein Sieg der Slowaken (19) gegen Slowenien (14), der die direkte Qualifikation für die Mannen um Stanislav Sestak, Marek Mintal und Co. bedeuten würde.

Problematisch aus Sicht der Polen ist auch, dass nur die besten 8 Gruppenzweiten der 9 Gruppen in die Playoffs einziehen. Dabei zählen die Ergebnisse gegen die Tabellensechsten am Ende nicht mit. Fast unmöglich vorherzusagen, wen es am Ende dann erwischen wird. Aber die Polen dürften sogar mit 2 Siegen Schwierigkeiten bekommen.

Spielfrei sind die Nordiren, die mit 14 Punkten derzeit auf dem 3. Platz stehen. Am Mittwoch wird es also in dieser Gruppe zumindest um den 2. Platz noch mal richtig heiß werden, wenn Tschechien Nordirland empfängt. Eventuell auch noch in Polen, die die Slowaken empfangen.

Sensation der Quali

Noch 4 Mannschaften dürfen sich hier Hoffnungen auf das Weiterkommen machen. Die Schweizer von haben 3 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenten aus Griechenland und Lettland (beide 14) und 5 auf die Israelis.

Die Eidgenossen treffen auf die Luxemburger “Hobbyfußballer”, die auch erst einen Sieg in der Quali einfahren konnten. Aber wo war das noch mal? Genau, vor 13 Monaten in Zürich. Für mich die Sensation der gesamten Europa-Quali. Keiner kann mir sagen, dass man das als Spieler Ottmar Hitzfelds ganz ausblenden kann, wenn man in den Beneluxstaat reist. Aber immerhin werden die Schweizer gewarnt sein und sich meiner Meinung nach die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen.

Griechenland empfängt am Samstag Lettland. Auf dem Papier wieder eine klare Angelegenheit. Aber auch hier gibt es eine überraschende Geschichte, als das damals noch kleinere Lettland in den Playoffs zur EURO 2004 im November 2003 in der Türkei, damals amtierender Dritter der Weltmeisterschaft, triumphierte und ohne die Türken nach Portugal fuhr. Die Jungs von Otto Rehhagel wissen um die Bedeutung des Spiels und wird auch wieder mit den erfahrenen Frankfurter Bundesligaprofis Ioannis Amanatidis und Nikos Liberopoulos antreten.

Israel hofft auf ein Remis in Athen und selbst auf einen Heimsieg gegen die Moldawier um trotz der bisher nur 12 Punkte im Rennen um Südafrika zu bleiben.

Dem Fandel an die Wäsche

In Kopenhagen kommt es zu einem ganz brisanten und traditionsreichem Duell der Ur-Skandinavier gegen den kleinen Bruder vom europäischen Kontinent. Schweden in Dänemark.

Herbert Fandel, damals Schiedsrichter, kann erzählen, wie heiß es da her gehen kann. Unvergessen sein Spielabbruch, nachdem er von einem dänischen Fan körperlich attackiert wurde und das Spiel sofort beendete. Die Dänen hatten bereits 3:0 hinten gelegen, konnten ausgleichen, bis sich Christian Poulsen, schon auf Schalke als zeitweiser gedankenloser Radaumacher bekannt, überlegte dem schwedischen Kollegen Rosenberg (jetzt Werder Bremen) während des laufenden Spiels im eigenen Strafraum die Faust in den Magen zu rammen und tat es. Der Elfmeter konnte nicht mehr ausgeführt werden und Dänemark durfte sich die EURO 2008 von zu Hause angucken.

Eine interessantere Vorgeschichte kann man sich also kaum wünschen. Die Ausgangslage für Samstag ist so, dass Dänemark alles klar machen kann (18 Punkte) und Schweden (15) bei einer Niederlage um den 2. Platz bangen müsste, denn Portugal trifft zu Hause auf Ungarn (beide 13). Hier gilt es natürlich für Beide besonders zu siegen.

Für die Ungarn wäre es fast schon eine Sensation, aber vielleicht ermöglicht die extreme Drucksituation der Portugiesen eine gute Außenseiterchance. Auf Tamas Hajnal vom BVB kommt es an für die Magyaren ein Offensivspiel zu kreieren. Mit seiner Leistung, die er bis dato in der Bundesliga abrufen konnte, dürfte es sehr schwer werden.

Die deutsche Gruppe

In keiner anderen Gruppe sind 2 Mannschaften so vorne weg marschiert, wie Deutschland und Russland. In Dortmund gab es in einem spannenden, rasanten Spiel mit einem überragenden René Adler im Tor ein 2:1 für die Deutschen. Da die DFB-Elf beim 3.3 in Finnland patzte, während sich Russland sonst gänzlich schadlos hielt, brauchen die Deutschen einen Sieg um alles klar zu machen und ein Remis, wenn man selbst mit einem Sieg am Mittwoch gegen Finnland die Entscheidung herbeiführen möchte.

Das Gerede von dem Kunstrasen im wunderschön an der Moskva gelegenen Luzhniki-Sportpark nervt etwas. Man bereitet sich in Mainz auf eben diesem Geläuf vor und hat somit die Gewöhnung. Den Ausgang wird die Tagesform, der Wille und die Cleverness entscheiden und nicht ein Untergrund, auf dem der Ball nie verspringt.

Überzeugt bin ich nicht von unseren Jungs nicht so ganz, zumal frühere Stützen wie Klose oder Gomez im Verein Probleme haben. Aber man hat schon häufig gesehen, dass die Reise zur Nationalmannschaft eine Art Befreiung ist. Endlich mal kein Trainer, der einem sagt, welche Farbe das Hemd zum internen Mittagessen haben muss. Schöne Grüße an dieser Stelle an Herrn van Gaal.

Dass Jogi Löw z.B. unverständlicherweise Stefan Kießling nicht nominiert hat, spielt am Samstag keine Rolle mehr. Vielleicht nach dem Spiel, wenn der Sturm nur ein laues Lüftchen war. Ich wünsche mir einen Sieg, die Einzelschicksale interessieren nicht, wenn man bedenkt, dass man damit die WM-Endrunde sicher erreicht hätte. In einer enger zusammenrückenden europäischen Fußballszene auch keine Selbstverständlichkeit; wohl aber unser Anspruch. Zur Not muss am Mittwoch in Hamburg gegen nichts zu verlieren habende Finnen noch gezittert werden, aber es wird klappen!