Südkorea – Die fleißige Großmacht
Im Fußball ist Südkorea auf seinem Kontinent seit Jahrzehnten eine Großmacht. Seit 1986 hat man sich stets für die WM qualifiziert und konnte 2002 im Heimspiel unter Trainerfuchs Guus Hiddink einen starken 4. Platz erringen.
Disziplin, Fleiß und absolute Hingabe prägen nicht nur den gemeinen koreanischen Arbeiter, sondern auch den Top-Fußballer. Yi-Sung Park von Manchester United ist wohl der erfolgreichste Spieler dieser Tage. Aber auch Dong-Jin Kim (Zenit St. Petersburg) oder Chung-Yong Lee (Bolton Wanderers) sammeln kräftig internationale Erfahrung. Diese und die Kaltschnäuzigkeit großer Mannschaften lassen die Koreaner jedoch häufig vermissen, wenn es gegen die großen Fußballnationen geht.
Großer Favorit ist Daehan-Minguk allerdings darin, das Team mit den wenigsten unterschiedlichen Nachnamen der WM zu stellen. Fast 50% aller Südkoreaner hört auf die Nachnamen Lee, Kim oder Park. Insgesamt kommen lediglich etwa 250 verschiedene Familiennamen vor, wobei z.B. in Deutschland ca. 20.000 existieren. Härtester Konkurrent in diesem Kampf ist übrigens, wen wundert’s, Nordkorea.
Die Flagge Südkoreas wird T’aeguk genannt und basiert auf einem weißen Untergrund, der die Reinheit der Gedanken symbolisiert und einem Ying-Yang-Zeichen. Der obere Teil ist rot, der untere blau. Damit sollen die Gegensätze des Universums dargestellt werden.
Jeweils in 45°-Ausrichtung zur Mittelachse sind vier Trigramme platziert, die Himmel, Wasser, Feuer und Erde symbolisieren. Im Ostasiatischen Raum üblich, bieten die Zeichen noch eine Fülle von verschiedenen Spielräumen zur Interpretation. Gesetzlich verankert ist in Südkorea ist die Verwendung der Nationalflagge z.B. auf Servietten oder Sitzkissen. Ein Zeichen der Ehrerbietung an ihre Flagge.
Prognose:
Schwer einzuschätzen sind die Chancen von Daehan-Minguk in der Gruppe B. Fest steht für mich: Verliert man das Auftaktspiel gegen Griechenland ist der Zug abgefahren. Denn die wirklich Großen folgen noch. Nigeria auf dem schwarzen Kontinent könnte ein ähnlich harter Brocken werden, wie die Südamerika-Größe Argentinien. Alle Gruppengegner verfügen über Kaderspieler, die fast alle riesige Europa-Erfahrung haben und im Gegensatz zu den Koreanern durchweg in starken Ligen spielen. Hier sehe ich den Nachteil des Teams.